Trump-Zölle
Zuckerberg, Musk und Co. verlieren 200 Milliarden an einem Tag
Am Mittwochabend kündigte US-Präsident Donald Trump völlig überzogene Zölle für beinahe alle Länder der Welt an. Am Donnerstag folgte dann die heftige Reaktion. Ökonomen korrigierten weltweit die Wirtschaftsprognosen.
Das Wirtschaftsforschungsinstitut erwartet für die ohnehin von einer Rezession gebeutelte österreichische Wirtschaft, dass sie um 0,35 Prozent mehr schrumpft als vorhergesagt.
Am Donnerstagnachmittag folgte dann an den US-Börsen der schlechteste Handelstag seit 2022. Zum Handelsstart wurden allein im S&P 500 - ein Index mit den 500 wertvollsten US-Unternehmen - 1,7 Billionen US-Dollar an Marktwert vernichtet.
Video: Handelskrieg - Trump verhängt weltweit Zölle
Die reichsten 500 verloren 208 Milliarden
Besonders das bekommen auch die Superreichen zu spüren, die sich noch im Jänner um Donald Trump geschart haben. Ihre Milliarden-Vermögen hängen oft zu großen Teilen an den Börsenkursen ihrer Unternehmen.
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Laut dem "Bloomberg Billionaire Index" verloren die 500 reichsten Menschen der Welt alleine am Donnerstag 208 Milliarden US-Dollar an Vermögen. Mehr als 250 von ihnen waren am Ende des Tages weniger superreich als davor.
Ganz vorne dabei unter den Verlierern: Amazon-Gründer Jeff Bezos und Facebook-Gründer Mark Zuckerberg. Beide waren bei der Amtseinführung von Trump noch Ehrengäste.
Die Börsenkurse im Überblick:
Die größten Verlierer
Mark Zuckerberg (Meta):
Der Gründer und Chef von Meta (Facebook, Instagram, WhatsApp) war der größte Verlierer im Milliardärs-Ranking. Die Aktie von Meta verlor neun Prozent an Börsenwert – sein Gesamtvermögen sank um 17,9 Milliarden US-Dollar.
Nach einer wahren Rallye der Meta-Aktie verlor sie allein seit Mitte Februar mehr als ein Viertel ihres Werts.
Jeff Bezos (Amazon):
Auch Amazon-Gründer Jeff Bezos bekam die Börsentalfahrt deutlich zu spüren. Amazon verlor ebenfalls neun Prozent, das kostete ihn 15,9 Milliarden US-Dollar an Vermögen. Seit dem Februar-Hoch ist auch die Amazon-Aktie 25 Prozent im Minus.
Elon Musk (Tesla):
Für den Chef von Tesla und X, sowie Trump-Berater, ist die Lage wohl am dramatischsten. Allein seit Jahresbeginn hat er 110 Milliarden Dollar an Vermögen eingebüßt – am Donnerstag waren es 11 Milliarden.
Tesla leidet unter Absatzeinbrüchen, auch bedingt durch den Imageschaden, den seine höchst umstrittene Rolle im Umfeld des Weißen Hauses mit sich bringt. Im Februar wurden in Österreich 70 Prozent weniger Teslas verkauft als noch im Vorjahr. Auch in China brach der Umsatz um die Hälfte ein, in Deutschland waren es drei Viertel.
Bernard Arnault (LVMH):
Auch den reichsten Europäer trafen die Trump-Zölle hart. Bernard Arnault, CEO des Luxus-Giganten LVMH verlor am Donnerstag sechs Milliarden Dollar an Vermögen.
Zu LVMH gehören neben Luxus-Marken wie Dior, Louis Vuitton, Givenchy und Tiffany & Co auch berühmte Champagner-Marken wie Moët & Chandon, Dom Pérignon und Veuve Cliquot. Dazu kommen Weingüter und Spirituosen-Marken (Belvedere-Vodka) und unzählige weitere Beteiligungen.
Es wird erwartet, dass der französische Konzern besonders unter den Zöllen leiden wird.
Zusammenfassung
- Die reichsten der Reichen stellten sich zum Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump opportunistisch an seine Seite.
- Doch sein Zoll-Rundumschlag hat nicht nur die ganze Weltwirtschaft in eine Schockstarre versetzt: Auch seine "Tech Bros" bekommen es deutlich zu spüren.
- Sie verloren Milliarden an Vermögen.
- Ein Überblick über die "größten Verlierer".