Austria, nicht Australia
Trump-Zölle für Pinguine - Österreich ist schuld
Es ist einer der entlegensten Orte der Welt: 4.000 Kilometer von Australien entfernt, im südlichen Indischen Ozean in der Nähe der Antarktis gelegen, finden sich die Heard und McDonaldinseln.
Mit dem Boot braucht man von der Westküste Australiens sieben Tage, laut der BBC waren dort seit einem knappen Jahrzehnt keine Menschen mehr. Auf den Inseln leben dafür unzählige Pinguine und Robben.
Doch auch die Pinguine entkamen Trumps Zoll-Rundumschlag nicht, für Exporte in die USA werden 10 Prozent fällig. "Arme Pinguine, ich weiß nicht, was sie Trump angetan haben, aber ich denke, um ehrlich zu sein, ist das ein Hinweis darauf, dass dieser Prozess überstürzt war", sagte der australische Handelsminister Don Farrell zum TV-Sender ABC.
Laut Daten der Weltbank sollen die unbewohnten Inseln im Jahr 2022 Waren im Wert von 1,4 Millionen Dollar in die USA exportiert haben, vor allem Maschinen und Elektroartikel.
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Es war eine Wiener Firma
Recherchen des britischen "Guardian" bringen nun Klarheit, wie es zu diesen Zahlen kommen konnte. Die Antwort ist nicht etwa eine geheime Pinguin-Fabrik, sondern schlichtweg Fehler auf den Zollpapieren.
So berichtet die Zeitung von einer Zollanmeldung für Teile einer Recyclinganlage für Plastikflaschen. Die wurden von der Wiener Firma Starlinger nach Kalifornien geliefert. Die Adresse von Starlinger, einem führenden Hersteller für Anlagen zum Kunststoff-Recycling, wird mit "Vienna, Heard Island and McDonald Islands" angegeben.
Das ohne Kängurus
Austria, Australia – vielen Österreicher:innen wird diese Verwechslung im Ausland auch schon einmal untergekommen sein. Nicht umsonst passiert es an österreichischen Flughäfen regelmäßig, dass Passagiere versehentlich am anderen Ende der Welt gelandet sind.
Es waren also kleine Fehler auf Zollanmeldungen, die dazu geführt haben, dass den unbewohnten Inseln US-Zölle aufgebrummt wurden. Die Pinguine werden sich von Trumps Handelskrieg aber wohl nicht aus der Ruhe bringen lassen.
Trumps Zollkrieg: Welche Branchen es trifft
Zusammenfassung
- Auf Donald Trumps ewiger Zoll-Liste sorgten einige Länder für Kopfschütteln: So etwa auch die Heard und McDonaldinseln im südlichen Indischen Ozean.
- Dort leben zwar keine Menschen, Zölle werden trotzdem fällig.
- Nun ist klar, welcher Fehler dazu geführt hat.