Vatikan: Zustand von Franziskus "weiter verbessert"
Mit einer baldigen Entlassung ist trotzdem nicht zu rechnen. "Angesichts der Komplexität des Krankheitsbildes sind weitere Tage klinischer Stabilität erforderlich", hieß es in der Mitteilung. Das Oberhaupt der katholischen Kirche war am Freitag vor zwei Wochen in die Universitätsklinik eingewiesen worden. Inzwischen liegt der Pontifex so lange im Krankenhaus wie noch nie.
Am 13. März - also in zwei Wochen - ist es zwölf Jahre her, dass der Argentinier zum Papst gewählt wurde. Spekuliert wird, dass Franziskus dann auf jeden Fall zurück im Vatikan sein will. Am Donnerstag bekam er zweimal Physiotherapie. Am Nachmittag habe der Papst in seinem Trakt im zehnten Stock des Krankenhauses die Kommunion empfangen, gebetet und dann gearbeitet.
Allerdings weisen Mediziner immer noch darauf hin, wie gefährlich eine so schwere Lungenentzündung in Franziskus' Alter ist. Der Generaldirektor der Gemelli-Klinikstiftung, Marco Elefanti, bezeichnete den Gesundheitszustand des Papstes in einer Rede als "eigentlich recht kritisch". Zwar gebe es eine "leicht positive Entwicklung, die uns ein wenig optimistischer stimmt, aber immer in einem allgemeinen Rahmen, wie wir ihn beschrieben haben."
Weiterhin zusätzlicher Sauerstoff und Cortison
Wegen seiner Atemprobleme bekam der Papst in den vergangenen Tagen über einen Schlauch durch die Nase mehrfach zusätzlichen Sauerstoff in hoher Dosis. Offensichtlich schlägt diese Therapie an: Seit dem Wochenende hatte er nach offiziellen Angaben keine größeren Atemnot-Anfälle mehr. Auch die Blutwerte haben sich gebessert. Zudem erhält er eine Reihe von Medikamenten, auch Cortison. Für die Öffentlichkeit war er seit der Einlieferung Mitte Februar nicht mehr zu sehen.
Für Spekulationen sorgte zwischenzeitlich die Ankündigung, dass Franziskus ein Konsistorium einberufen will, also eine Versammlung der Kardinäle. Dies nährte Gerüchte über einen Rücktritt, weil der deutsche Papst Benedikt XVI. im Februar 2013 auf einem solchen Konsistorium überraschend auf sein Amt verzichtet hatte. Aus dem Vatikan wurde allen Spekulationen über Rücktrittsgedanken von Franziskus mehrfach schon widersprochen. Einen Termin für das Konsistorium gibt es noch nicht.
Termin des Papstes am Samstag abgesagt
Wegen des Spitalaufenthalts wurde wie erwartet eine geplante Audienz zum Heiligen Jahr am kommenden Samstag abgesagt. Noch unklar ist, ob der Papst zum Angelus-Gebet am Sonntag wieder einen Text veröffentlichen wird, wie es an den vergangenen zwei Sonntagen der Fall war. Normalerweise hält das Oberhaupt der katholischen Kirche das Gebet jeden Sonntag zur Mittagszeit vom Fenster des Apostolischen Palastes aus mit Blick auf den Petersplatz.
Zusammenfassung
- Papst Franziskus, 88 Jahre alt, kämpft mit einer schweren Lungenentzündung und befindet sich seit zwei Wochen im Gemelli-Krankenhaus in Rom. Sein Gesundheitszustand hat sich leicht verbessert, aber eine baldige Entlassung ist nicht zu erwarten.
- Der Papst erhält Sauerstoff-Physiotherapie und Cortison, was zu einer Verbesserung seiner Atemprobleme geführt hat. Seit dem Wochenende hatte er keine größeren Atemnot-Anfälle mehr.
- Spekulationen über einen möglichen Rücktritt wurden vom Vatikan mehrfach zurückgewiesen, obwohl ein Konsistorium angekündigt wurde. Ein geplanter Termin am kommenden Samstag wurde abgesagt.