Nach Pleiten
KTM: Pierer Mobility braucht 350-Millionen-Finanzspritze
Das Eigenkapital wird zum 31. 12. 2024 voraussichtlich deutlich negativ sein, so das börsennotierte Unternehmen in einer Ad-hoc-Mitteilung.
Um den Sanierungsplan der KTM-Gruppe erfüllen zu können, braucht es frisches Geld. Dazu wird eine außerordentliche Hauptversammlung einberufen.
Dazu werden der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, Kapitalmaßnahmen zu einem Ausgabepreis in Höhe von 7,50 Euro je Aktie zu beschließen, teilte Pierer Mobility Freitagfrüh mit. In einem ersten Schritt soll die Hauptversammlung über eine Barkapitalerhöhung im Ausmaß von 150 Millionen Euro abstimmen.
"Sämtliche Aktien, für die das Bezugsrecht nicht ausgeübt wird, können von der Pierer Bajaj AG aufgegriffen werden", so der Konzern.
Sachkapitalerhöhung von 200 Millionen Euro
Darüber hinaus soll in einem zweiten Schritt eine Sachkapitalerhöhung unter Ausschluss des gesetzlichen Bezugsrechts im Ausmaß von 200 Millionen Euro beschlossen werden, "die nach erfolgreichem Abschluss der Restrukturierungsverfahren der KTM-Gruppe durchgeführt werden" könne.
Zur Zeichnung dieser Sachkapitalerhöhung werde ausschließlich die Hauptaktionärin Pierer Bajaj AG zugelassen.
Diese beabsichtige die bisher zur Verfügung gestellten Darlehen von insgesamt 150 Millionen Euro – wobei die Auszahlung der dritten und bisher letzten Tranche in Höhe von 50 Millionen am gestrigen Tag erfolgte – als Sacheinlage einzubringen.
Ein weiteres in Aussicht gestelltes Darlehen in Höhe von 50 Millionen Euro soll ebenfalls als Sacheinlage erfolgen, so Pierer Mobility. Die Mittel für diese Darlehen seien der Pierer Bajaj AG vom Aktionär Bajaj Auto zur Verfügung gestellt worden.
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"Bei entsprechender Beschlussfassung in der Hauptversammlung und vollständiger Zeichnung der Sach- und Barkapitalerhöhung ist davon auszugehen, dass das Grundkapital der Pierer Mobility AG auf das rund 2,4-fache erhöht wird", teilte der oberösterreichische Konzern am Freitag abschließend mit.
Lichter aus "ohne frisches Kapital"
IVA-Vorstand Florian Beckermann meinte heute zur APA, es sei erwartbar gewesen, "dass ohne frisches Kapital auch bei der Pierer Mobility die Lichter ausgehen können". Dem Streubesitz an der Zukunft der Pierer Mobility eine kleine Teilnahmemöglichkeit in Form einer Barkapitalerhöhung zu je 7,50 Euro je Aktie einzuräumen, bewerte er positiv.
"Nach der Veröffentlichung des Kapitalmarktprospekts kann man die Attraktivität besser beurteilen. Dass Bajaj Auto, die bald 200 Millionen Euro Bargeldspritzen zur Rettung der KTM AG, in Aktienmacht - durch eine Sachkapitalerhöhung – umwandeln lassen möchte, ist nachvollziehbar", so der Vorstand des Interessensverband für Anleger. Fazit von Beckermann: "Wir erkennen: An Bajaj geht für die Rettung der KTM nichts vorbei."
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Zusammenfassung
- Die strauchelnde Pierer Mobility hat heute schlechte Nachrichten bekannt gegeben: Der Verlust des halben Grundkapitals macht eine außerordentliche Hauptversammlung am 25. April notwendig.
- Das Eigenkapital wird zum 31. 12. 2024 voraussichtlich deutlich negativ sein.
- Als Teil der Maßnahmen für die Erfüllung der 30-prozentigen Sanierungsplanquoten der KTM-Gruppe sollen in der Hauptversammlung (HV) Kapitalmaßnahmen beschlossen werden.
- Dazu werden der Vorstand und der Aufsichtsrat der Hauptversammlung vorschlagen, Kapitalmaßnahmen zu einem Ausgabepreis in Höhe von 7,50 Euro je Aktie zu beschließen, teilte Pierer Mobility Freitagfrüh mit.
- In einem ersten Schritt soll die Hauptversammlung über eine Barkapitalerhöhung im Ausmaß von 150 Millionen Euro abstimmen.