Fünf Tote bei russischem Raketenschlag in Charkiw
Den Angaben zufolge traf die Rakete ein Verwaltungsgebäude und beschädigte ein weiteres. Zudem seien Schäden an einem fünfstöckigen Wohngebäude verursacht worden, teilte der Gouverneur der Region Charkiw, Oleh Synehubow, mit. Weitere Opfer wurden noch unter den Trümmern vermutet. Isjum liegt rund 40 Kilometer von der Frontlinie entfernt und zählte vor Beginn des Krieges 45.000 Einwohner. Die russischen Truppen haben in der Region die Angriffe jüngst verstärkt und Gebietsgewinne gemacht.
Bei Drohnenangriffen in der Nacht auf Dienstag wurden in vielen weiteren Regionen der Ukraine Geschäfte und Wohnhäuser beschädigt. Die ukrainische Staatsbahn Ukrsalisnyzja teilte mit, die russischen Streitkräfte hätten ein Lager in der Region Dnipropetrowsk angegriffen und dabei erheblichen Schaden an der Infrastruktur und am Gelände verursacht. In der Region Tscherkassy seien drei Privatunternehmen durch den Angriff in Brand geraten, teilte Gouverneur Ihor Taburez auf Telegramm mit.
In der nordöstlichen Region Sumy wurden den Regionalbehörden zufolge acht Wohngebäude und ein Mehrfamilienhaus beschädigt. Der nationale Stromnetzbetreiber Ukrenergo meldete unterdessen Notabschaltungen in acht Regionen. Das ukrainische Militär zerstörte nach eigenen Angaben in der Nacht 37 von insgesamt 65 russischen Drohnen.
Besatzungsbehörde: Drohne trifft Schulbus in russisch besetztem Gebiet
Im russisch kontrollierten Teil des Gebiets Saporischschja wurden unterdessen nach Angaben der Besatzungsbehörden sechs Menschen, darunter fünf Minderjährige, durch eine ukrainische Drohne verletzt. Es sei ein Schulbus im frontnahen Landkreis Wassyliwka beschossen worden, teilte der von Moskau eingesetzte Gouverneur der Region, Jewgeni Balizki, mit. "Derzeit ist bekannt, dass der Busfahrer schwer verletzt wurde", schrieb er auf Telegram. Dazu hätten noch fünf Kinder leichtere Splitterverletzungen erlitten.
In Moskau war von einer gezielten Attacke gegen Kinder die Rede. Die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, warf internationalen Hilfsorganisationen vor, den Fall vertuschen zu wollen. Der Landkreis Wassyliwka, in dem sich auch das Atomkraftwerk Saporischschja befindet, liegt direkt an der Front in dem zwischen Russen und Ukrainern umkämpften Gebiet Saporischschja. Immer wieder melden beide Seiten den Beschuss auch ziviler Objekte.
Zusammenfassung
- Ein russischer Raketenschlag in Isjum, 40 Kilometer von der Front entfernt, hat fünf Tote und über drei Dutzend Verletzte gefordert. Die Rakete zerstörte Teile des Rathauses und beschädigte ein Verwaltungs- sowie ein Wohngebäude.
- In der Region Charkiw haben die russischen Truppen ihre Angriffe intensiviert, was zu weiteren Gebietsgewinnen führte. Drohnenangriffe beschädigten zudem Geschäfte und Wohnhäuser in verschiedenen ukrainischen Regionen.
- Das ukrainische Militär konnte 37 von 65 russischen Drohnen in der Nacht zerstören, während der nationale Stromnetzbetreiber Ukrenergo Notabschaltungen in acht Regionen meldete.