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Besuch in Washington

Selenskyj bei Trump im Weißen Haus eingetroffen

27. Feb. 2025 · Lesedauer 3 min

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist zu seinem mit Spannung erwarteten Besuch bei seinem US-Amtskollegen Donald Trump im Weißen Haus in Washington eingetroffen. Trump empfing Selenskyj am späten Freitagvormittag (Ortszeit).

Über den Inhalt der Vereinbarung ist bisher wenig bekannt - die von Selenskyj geforderten Sicherheitsgarantien der USA gegenüber Russland scheinen darin jedoch nicht enthalten zu sein.

Dennoch könnte das Abkommen eine Wende für die Beziehungen zwischen der Trump-Regierung und Kiew bedeuten, die in den vergangenen Wochen von Misstönen bestimmt waren.

Gemeinsam Rohstoffe fördern

Nach ukrainischen Angaben ist vorgesehen, dass die USA und die Ukraine künftig gemeinsam Rohstoffe auf ukrainischem Gebiet fördern. Die Einnahmen sollen in einen gemeinsamen Fonds fließen.

In der Ukraine befinden sich rund fünf Prozent der weltweiten Bodenschätze. Diese sind jedoch zum Großteil noch nicht erschlossen und schwierig abzubauen. Viele Vorkommen befinden sich zudem in den besetzten Gebieten unter russischer Kontrolle.

Das Abkommen enthält demnach aber keine ausdrückliche Verpflichtung der USA hinsichtlich der Sicherheit der Ukraine. Trump sieht in dem Abkommen eine Gegenleistung für von Washington bereits geleistete Militärhilfe.

Der Rechtspopulist hatte die Ukraine-Politik seines Vorgängers Joe Biden kurz nach Amtsantritt auf den Kopf gestellt, in dem er ohne Absprache mit der Ukraine oder den transatlantischen Partnern Gespräche mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin aufnahm.

Trump gibt Selenskyj kalt-warm

Der Ton zwischen Washington und Kiew hatte sich zusätzlich verschärft, nachdem sich Selenskyj Mitte Februar zunächst geweigert hatte, ein von den USA vorgelegtes Rohstoffabkommen zu unterzeichnen. Als Grund nannte er damals mangelnde Sicherheitsgarantien. In der Folge bezeichnete Trump den ukrainischen Präsidenten als "Diktator ohne Wahlen" und gab der Ukraine die Schuld an der russischen Invasion im Februar 2022.

In den vergangen Tagen wurde Trumps Ton wieder gemäßigter. Er habe "viel Respekt" für Selenskyj, sagte er am Donnerstag. "Wir werden gut miteinander auskommen." Das nun ausgehandelte Abkommen weicht von Trumps ursprünglicher Forderung ab, die Ukraine unter anderem zur Lieferung von Rohstoffen im Gesamtwert von 500 Milliarden Dollar (477,24 Mrd. Euro) zu verpflichten.

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Trump: Bin für Ukraine und für Russland

Selenskyj forderte Trump im Weißen Haus auf, "keine Kompromisse mit einem Killer" einzugehen, unter Bezugnahme auf Putin. Im weiteren Verlauf sagte Trump, er sei nicht auf einer Linie mit Putin, sondern mit den USA und dem Wohlergehen der Welt. Er stehe im Ukraine-Krieg in der Mitte und sei für die Ukraine und für Russland. Er wolle eine Lösung des Konflikts, sagte der US-Präsident.

Die Seltenen Erden aus dem Rohstoffabkommen mit der Ukraine sollen nach Darstellung von Trump von den USA auch für Künstliche Intelligenz (KI) und Waffen benutzt werden. Für alles, was man tue, sagte Trump. Selenskyj erklärte, die Ukraine erkenne eine gute Vereinbarung für Flüssigerdgasterminals.

Zusammenfassung
  • Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj traf sich mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus, um ein Rohstoffabkommen zu besprechen, das keine Sicherheitsgarantien für die Ukraine enthält.
  • Trump sieht das Abkommen als Gegenleistung für die bereits geleistete Militärhilfe und betont, dass die Seltenen Erden für Künstliche Intelligenz und Waffen genutzt werden sollen.
  • Die Ukraine besitzt etwa 5% der weltweiten Bodenschätze, die größtenteils noch unerschlossen sind, und Trump wollte ursprünglich Rohstoffe im Wert von 500 Milliarden Dollar.