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Ab Samstag

Maul- und Klauenseuche: Seuchenteppiche an der Grenze

03. Apr. 2025 · Lesedauer 3 min

Aufgrund des Ausbruches der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Ungarn und der Slowakei werden mit Samstag 24 Grenzübergänge vorübergehend geschlossen. An den offenen Übergängen werden Seuchenteppiche ausgelegt.

Die Übergänge, die geschlossen werden, seien in enger Abstimmung mit den Behörden in den betroffenen Bundesländern Niederösterreich und Burgenland, den Landwirtschaftskammern und dem Ministerium für Land- und Forstwirtschaft festgelegt worden. Das gab das Innenministerium am Donnerstag in einer Aussendung bekannt.

An den noch offenen Grenzübergängen werden ab Samstag zusätzliche Maßnahmen getroffen, um die Ausbreitung zu vermeiden. So kommen Seuchenteppiche zum Einsatz, um Fahrzeuge zu desinfizieren, sagte Landeshauptmann-Stellvertreterin Anja Haider-Wallner (Grüne) im PULS 24 Interview. 

Sie äußerte auch Kritik am bisherigen Vorgehen. "Die Bundesregierung hätte hier durchaus schneller und energischer reagieren können", so Haider-Wallner.

Video: Anja Haider-Wallner zu Österreichs Maßnahmen bei der Maul- und Klauenseuche

Das Innenministerium hatte zuvor erklärt, es würden keine weiteren Details zu Maßnahmen bekanntgegeben. Die Landespolizeidirektionen seien dabei für die Sicherung und Kontrollen der Grenzübergänge zuständig. "Geschlossene Grenzübergänge stellen im Gegensatz zu Grenzkontrollen an geöffneten Übergängen eine weniger personalintensive Maßnahme dar und werden in unterschiedlicher Stärke und Intensität durchgeführt", hieß es vom Ministerium. 

Bereits seit Ende vergangener Woche unterstützt die Polizei im Rahmen der bestehenden Kontrollen an der slowakischen und ungarischen Grenze die Gesundheitsbehörden. Die Maßnahmen umfassen dabei die Anhaltung von Fahrzeugen, die Überprüfung von Dokumenten und Kontrolle der Fahrzeuge.

Video: Maul- und Klauenseuche - Österreich sperrt Grenze

Überwachungsprogramm im Burgenland angelaufen

Unterdessen ist im Burgenland ein umfassendes Überwachungsprogramm angelaufen. In den kommenden Wochen werden alle 660 Betriebe im Nord- und Mittelburgenland kontrolliert, hieß es am Donnerstag aus dem Büro von Haider-Wallner. Zwölf Betriebe in Deutsch Jahrndorf, Nickelsdorf, Halbturn und Mönchhof werden wöchentlich beprobt. Vorerst läuft das Programm bis 17. Mai.


Die vier Gemeinden im Bezirk Neusiedl am See, in denen wöchentlich Proben genommen werden, bilden aufgrund ihrer Nähe zum ungarischen Ausbruchsort Levél eine Überwachungszone. Dort gilt auch ein Jagdverbot, damit Wildtiere nicht aufgescheucht werden und das Virus bei ihrer Flucht unter Umständen weitertragen. Zuletzt fielen sämtliche Tests in der Zone negativ aus.

Untersuchung auf klinische Symptome in 660 Betrieben

In den 660 Betrieben der Beobachtungszone, wie das Burgenland sie nennt, werden die Tiere in den kommenden Wochen nach und nach auf klinische Symptome untersucht und die Einhaltung der Maßnahmen zur Biosicherheit überprüft. In rund 150 Betrieben werden zusätzlich monatlich Proben genommen.

Das Überwachungsprogramm sei eine wichtige Maßnahme zur Früherkennung, betonte Haider-Wallner. "Wir müssen alles tun, um eine Ausbreitung der Maul- und Klauenseuche zu verhindern."


Der burgenländische FPÖ-Bauernobmann und Bundesrat Thomas Karacsony sprach sich gegenüber der APA gegen Grenzsperren aus: "Das führt zu Panik und lähmt die gesamte Wirtschaft wie zu Corona-Zeiten." Zielführender wären seiner Ansicht nach Seuchenteppiche bei Grenzübergängen sowie "rigorose Grenzkontrollen" von Lebendtiertransporten.

Zusammenfassung
  • Aufgrund der Maul- und Klauenseuche in der Slowakei werden ab Samstag 24 Grenzübergänge in Österreich, darunter zwei in Niederösterreich, vorübergehend geschlossen.
  • Im Burgenland läuft ein umfassendes Überwachungsprogramm, bei dem alle 660 Betriebe kontrolliert werden, während in vier Gemeinden wöchentliche Proben genommen werden.