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Gletschermasse ging im dritten Jahr in Folge überall zurück

21. März 2025 · Lesedauer 2 min

Die weltweite Gletschermasse ist laut UNO im dritten Jahr in Folge in allen Gletscherregionen zurückgegangen. "Das Jahr 2024 war das dritte Jahr in Folge, in dem alle 19 Gletscherregionen an Nettomasse verloren haben", erklärte die Weltwetterorganisation (WMO) am Freitag. "Der Erhalt der Gletscher ist damit nicht nur eine Frage der Umwelt, Wirtschaft und gesellschaftlichen Notwendigkeit: Es ist eine Frage des Überlebens", erklärte WMO-Chefin Celeste Saulo.

Die 19 Gletscherregionen der Welt haben im vergangenen Jahr 450 Milliarden Tonnen an Eismasse verloren, wie die WMO unter Berufung auf Daten des Schweizer Gletscherbeobachtungsdienstes (WGMS) weiter mitteilte. 2024 war damit das viertschlimmste Jahr für die Gletscherschmelze seit Beginn der Aufzeichnungen. Das bisher folgenschwerste Jahr war 2023. In fünf der vergangenen sechs Jahren sei zudem ein Rekordverlust an Gletschermasse gemessen worden, teilte die WMO weiter mit.

2024 schmolzen demnach vor allem die Gletscher in Skandinavien und Nordasien, diese Regionen erlebten im vergangenen Jahr einen Rekordverlust an Eismasse. Gegenden wie die kanadische Arktik und die Region um Grönland seien weniger betroffen gewesen. Dennoch: Sollte das Eis weiter im aktuellen Tempo schmelzen, würden viele Gletscher in Kanada, den USA, Skandinavien oder Neuseeland das 21. Jahrhundert nicht überleben.

Seit dem Beginn der Aufzeichnungen vor fast 50 Jahren haben die Gletscher laut WGMS in den meisten Weltregionen mehr als 9.000 Milliarden Tonnen Eis verloren. "Das entspricht einem 25 Meter dicken Eisblock in der Größe von Deutschland", sagte WGMS-Direktor Michael Zemp. Mit den Eismassen gehen erhebliche Mengen Süßwasser verloren, auf das Millionen Erdbewohner weltweit angewiesen sind: zum Trinken, für die Landwirtschaft und die Industrie, wie die WMO zum ersten Welttag der Gletscher am 21. März mitteilte.

Die Schmelze seit dem Jahr 2000 habe den Meeresspiegel um 18 Millimeter erhöht, berichtete die WMO. "Jeder Millimeter bedeutet, dass 200.000 bis 300.000 Menschen mehr dem Risiko von Überflutungen ausgesetzt sind", sagte WGMS-Direktor Michael Zemp. Zusammen mit den Eisschilden der Antarktis und Grönlands halten Gletscher 70 Prozent der lebenswichtigen globalen Süßwasserressourcen, so die WMO.

Lange war der Schwund nicht in allen 19 Gletscherregionen der Welt zu beobachten, aber seit drei Jahren hätten alle Regionen Verluste verzeichnet. Und nicht nur das: Die Gletscher weltweit seien in den vergangenen drei Jahren so stark geschrumpft wie in keiner Dreijahresperiode seit Beginn der Aufzeichnungen in den 1970er-Jahren.

Zusammenfassung
  • 2024 verloren alle 19 Gletscherregionen weltweit insgesamt 450 Milliarden Tonnen Eismasse, laut WMO das viertschlimmste Jahr seit Beginn der Aufzeichnungen.
  • Die Gletscherschmelze hat seit 2000 den Meeresspiegel um 18 Millimeter erhöht, wodurch 200.000 bis 300.000 Menschen mehr dem Risiko von Überflutungen ausgesetzt sind.
  • Seit Beginn der Aufzeichnungen haben Gletscher weltweit über 9.000 Milliarden Tonnen Eis verloren, was einem 25 Meter dicken Eisblock in der Größe von Deutschland entspricht.