Ski alpin
Kristoffersen holt Slalom-Kugel, Gstrein auf Platz 3
"Es war nicht so smart im zweiten Lauf mit so vielen Fehlern. Ich glaube, ich habe ein Tor auf den Kopf oder aufs Gesicht bekommen, vier Mal oder so. Es war ein bisschen Rock 'n' Roll, up and down. Aber ich bin sehr zufrieden mit der Kugel", sagte Kristoffersen, der zum Abschluss unmittelbar vor seinem härtesten Konkurrenten Meillard Vierter war. Als sein Gesamttriumph feststand, warf sich der 30-Jährige in den Schnee und ließ einen Urschrei nach dem anderen los. "Wenn ich nicht heute die Kugel gewinne, wäre es eine Niederlage. Das ist sicher", gab Kristoffersen zu. Nur Ingemar Stenmark (8) und Marcel Hirscher (6) haben öfter den Slalom-Weltcup gewonnen als er.
Kristoffersen hat in dieser Saison zu seiner Konstanz zurückgefunden. Der Wahl-Salzburger, der bereits 2015/16, 2019/20 und 2021/22 die kleine Kugel gewonnen hatte, holte fünf Podestplätze, in Val d'Isere und Kranjska Gora stemmte er den Siegerpokal in die Höhe. In 12 Rennen war Kristoffersen, der für Marcel Hirschers Skifirma Van Deer - Red Bull Sports fährt, nie schlechter als Achter klassiert. Bezüglich der Fortsetzung seiner Karriere ließ er im ORF-Interview erneut leichte Zweifel im Raum stehen. "Schau ma", meinte er im österreichischen Dialekt auf die Frage, ob er nächstes Jahr auch noch fahren werde.
Bester Österreicher in der Slalom-Wertung ist Gstrein als Siebenter. "Es ist in der letzten Zeit generell alles in die richtige Richtung gegangen. Das Ziel war, noch einmal ein Podium zu fahren - das ist jetzt aufgegangen", meinte der 27-jährige Tiroler nach seinem zweiten Weltcuppodestplatz. Auch in Schladming war er im vergangenen Jänner Dritter. Leicht habe sich auf der teilweise arg ramponierten Piste keiner getan, erklärte Gstrein. "Ich bin selber überrascht gewesen im Ziel, dass es grün aufleuchtet, weil angefühlt hat es sich wieder einmal nicht so."
Die übrigen Österreicher kamen beim Saison-Kehraus nicht mehr auf Touren. Dominik Raschner verpasste als 11. knapp die Top 10, Manuel Feller beendete das Rennen als 14. Johannes Strolz und Michael Matt folgten unmittelbar dahinter in einem ÖSV-Paket auf den Rängen 15 und 16. Feller hatte schon nach dem ersten Durchgang harte Kritik an der Pistenpräparierung geübt. "Es war sicher keine Saison, wie man sie sich vorstellt", sagte der Vorjahresgewinner der Slalom-Kugel. "Die Gesamtleistung war natürlich nicht zufriedenstellend."
Haugan wie vor einem Jahr obenauf
Freuen durfte sich hingegen Haugan, der seinen dritten Saisonsieg nach Alta Badia und Schladming feierte. "Es war eine unglaubliche Saison. Ich bin so zufrieden mit dem letzten Rennen. Es war wirklich schwer, im zweiten Lauf mit den Spuren Gas zu geben", meinte der zweite Van-Deer-Pilot in der Slalom-Elite, der sich schon vor einem Jahr im letzten Saisonrennen - damals in Saalbach - durchgesetzt hatte. Mit nur einem Punkt weniger als Meillard wurde er in der Slalom-Saisonwertung Dritter.
Zusammenfassung
- Henrik Kristoffersen sicherte sich in Sun Valley seinen vierten Slalom-Weltcup-Titel mit einem Vorsprung von 52 Punkten auf den Schweizer Loïc Meillard.
- Der Österreicher Fabio Gstrein erreichte im letzten Rennen der Saison einen beeindruckenden dritten Platz und ist damit der beste ÖSV-Athlet in der Slalom-Wertung.
- Timon Haugan feierte seinen dritten Saisonsieg und landete knapp hinter Meillard auf Platz drei der Slalom-Saisonwertung.