Ski alpin
Liensberger verpasst Slalom-Kristall, Tagessieg an Shiffrin
Ljutić rettete mit Platz zehn 32 Punkte Vorsprung auf die Zweitplatzierte Liensberger über die Ziellinie. Den Ausschlag gaben freilich große Punkte: Während die 21-jährige Kroatin dreimal gewann, ist Liensberger weiter seit 2022 sieglos. Konstant war die Saison der Vorarlbergerin allemal. In zehn Rennen schied sie nie aus und war nie schlechter als Neunte. Am Podest stand sie zweimal als Zweite und einmal als Dritte. Bei der WM gewann sie Slalom-Bronze.
"Ich habe es probiert heute. Es war einfach ein großer Druck da", sagte Liensberger im ORF. "Es ist mir nicht ganz aufgegangen. Nichtsdestotrotz war es über die ganze Saison gesehen eine gute, konstante Leistung mit einem guten Battle zum Schluss. Gratulation an Zrinka und an Mika alle, die noch einmal zeigen konnten, was sie drauf haben. Ich werde an mir weiterarbeiten."
Ljutić atmete auf: "Ich war so nervös." Die Junioren-Weltmeisterin von 2022 folgte früher als erwartet ihrer Landsfrau Janica Kostelić nach, die den Slalom-Weltcup dreimal gewonnen hat. "Wir haben so viele Skifans in Kroatien. Ich glaube, viele Menschen können heute glücklich sein", sagte Ljutić, die ihre ersten Schwünge einst in der Innerkrems gemacht hatte. Die Pongauer Skifirma Atomic hat Ljutić gerade rechtzeitig vor Saisonbeginn unter Vertrag genommen. "Es war natürlich die Idee, die Zrinka zur Mika dazu als 'Kronprinzessin' aufzubauen. Dass sie das in so kurzer Zeit schon erfüllt, ist unfassbar", sagte unlängst Atomic-Rennchef Christian Höflehner zur APA.
Die Slalom-Königin drückte dem Finale vor Heimpublikum indes ihren Stempel auf. Nur ein Quartett konnte den Rückstand bei unter zwei Sekunden halten. "Es war eine Achterbahnfahrt, aber ich habe ein paar meiner besten Schwünge heute zeigen können", befand Shiffrin an einem für sie "spektakulären Tag". Obwohl die US-Amerikanerin wegen einer Verletzung vier Rennen verpasste, schloss sie die Slalomsaison als Vierte mit nur 55 Punkten weniger als Ljutić ab.
Åre-Siegerin Truppe früh out
Liensberger war mit 51 Punkten Rückstand auf Ljutić und zehn auf die Schweizerin Camille Rast ins letzte Rennen gegangen. Zur Halbzeit war die mit Hüftproblemen fahrende Rast (14.) virtuell bereits überholt und auch Ljutić (12.) kam Liensberger als Vierte näher. Dabei sei die Fahrt nicht ideal gewesen, sagte die Vorarlbergerin. Während Ljutić das Set-up ändern wollte, kündigte Liensberger für den Finaldurchgang "volle Attacke" an. Der große Wurf gelang dann beiden nicht. Liensberger aber hätte mit Ljutićs Vorgabe zumindest Zweite werden müssen, um wie 2021 - dem Jahr ihres Weltmeistertitels - den kleinen Kristallpokal erneut einzuheimsen.
Ein ÖSV-Trio hatte sich für das Finale qualifiziert. Katharina Huber musste sich mit Platz 12 zufriedengeben, Åre-Siegerin Katharina Truppe fädelte ein. "Das passiert im Slalom schnell, aber es tut schon weh. Ich hätte gern einen schönen Abschluss gehabt, so nehme ich einfach den Sieg von Åre mit", sagte Truppe. Die 29-jährige Kärntnerin konnte nach ihrem ersten Weltcupsieg und WM-Bronze in der Teamkombi immerhin ein versöhnliches Fazit ziehen. "Es war ein Auf und Ab diese Saison, aber am Schluss schon sehr viel bergauf." Huber meinte: "Ich war in der Vorbereitung sicher schneller, es hat dann einfach ein bisschen der Speed gefehlt."
Zusammenfassung
- Katharina Liensberger erreichte im Slalomfinale in Sun Valley den fünften Platz und verpasste damit den Slalom-Kristall, während Zrinka Ljutić mit 32 Punkten Vorsprung den Slalom-Weltcup gewann.
- Mikaela Shiffrin sicherte sich ihren 101. Weltcupsieg im Slalomfinale vor Lena Dürr und Andreja Slokar, obwohl sie wegen einer Verletzung vier Rennen verpasste.
- Katharina Truppe schied im Slalomfinale aus, konnte aber auf eine Saison mit einem Weltcupsieg und WM-Bronze in der Teamkombi zurückblicken.