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Nächste Eskalation

Handelskrieg: China kontert Trump mit 34-Prozent-Zöllen

04. Apr. 2025 · Lesedauer 3 min

Die Spannungen zwischen China und den USA waren schon hoch – den Zoll-Rundumschlag von Donald Trump will man sich in Peking offenbar nicht gefallen lassen. Man setzt zum Gegenschlag an und verhängt ebenfalls Zölle auf US-Waren.

China hat auf die neuen US-Zölle mit Abgaben auf alle amerikanischen Einfuhren reagiert und damit sein Versprechen eingelöst, nach der Verhängung von Zöllen durch US-Präsident Donald Trump zurückzuschlagen und den Handelsstreit zu eskalieren.

Nach Angaben der amtlichen Nachrichtenagentur Xinhua wird Peking ab dem 10. April einen Zoll von 34 Prozent auf alle Einfuhren aus den USA erheben. Trump kündigte zuvor für China-Importe in die USA Strafzölle in Höhe von 54 Prozent an, die ab dem 9. April gelten sollen. 

Deal bei "phänomenalem" Angebot

Noch am Donnerstag meinte Trump, er sei für eine Senkung seiner Zölle bereit, wenn er ein "phänomenales" Angebot bekäme. "Die Zölle geben uns eine große Verhandlungsmacht", sagte er und fügte hinzu, dass "jedes Land uns angerufen hat". 

Peking ist aber wohl nicht nach Verhandlungen zumute, sondern reagiert erst einmal mit einer harten Gegenmaßnahmen. Dabei handelt es sich um die nächste Eskalationsstufe im weltweiten Handelskrieg, den Trump mit seinen Zöllen ausgelöst hat. 

Video: Trump verhängt weltweit Zölle

China trifft weitere Maßnahmen

Peking kündigte außerdem an, die Ausfuhr bestimmter seltener Erden unverzüglich zu beschränken, eine Antidumpinguntersuchung zu medizinischen CT-Röntgenröhren aus den USA und Indien einzuleiten und die Einfuhr von Geflügelprodukten zweier amerikanischer Unternehmen zu stoppen.

Darüber hinaus werden 11 amerikanische Rüstungsunternehmen auf eine Liste unzuverlässiger Unternehmen gesetzt und über 16 US-Firmen Ausfuhrkontrollen eingesetzt.

Spannungen - auch wegen TikTok

Die Spannungen zwischen Washington und Peking haben sich seit Trumps Rückkehr ins Weiße Haus im Januar verschärft. Vor allem hat der US-Präsident mehr als zwei Monate nach seinem Amtsantritt noch nicht mit seinem chinesischen Amtskollegen gesprochen. 

Trump selbst brachte auch TikTok als Teil eines Deals ins Spiel. TikTok droht das Verbot in den USA, sollte der chinesische Mutterkonzern Bytedance die immens populäre Videoplattform nicht verkaufen. Deshalb wird an einer Abspaltung der US-Sparte gefeilt. 

Sollte das gelingen, könnte Trump im Gegenzug die Zölle auf China reduzieren, deutete er an: "Wir haben eine Situation mit TikTok, in der China wahrscheinlich sagen wird: Wir werden einem Deal zustimmen, aber werden Sie etwas bei den Zöllen tun?" 

Zusammenfassung
  • Die Spannungen zwischen China und den USA waren schon hoch – den Zoll-Rundumschlag von Donald Trump will man sich in Peking offenbar nicht gefallen lassen.
  • Man setzt zum Gegenschlag an und verhängt ebenfalls Zölle auf US-Waren.