Schauspieler Armin Rohde wird 70
Geboren wurde Rohde am 4. April 1955 in Gladbeck als ältestes von vier Kindern, der Vater Bergmann, die Mutter Fabrikarbeiterin. Dort wuchs er auch auf und ging zur Schule, doch kurz vor dem Abitur schmiss er hin. "Mein bester Freund in der Schule hatte sich damals das Leben genommen, und ich wollte mit all dem nichts mehr zu tun haben, mit Erwachsenen sowieso nicht", sagte er vor einigen Monaten der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Er schlug sich lieber als Fabrikarbeiter, Reisebegleiter und Postsortierer durch.
Seine Begeisterung für die Bühne weckte Pina Bausch mit ihrem Tanztheater in Wuppertal, wie Rohde im Oktober im Westdeutschen Rundfunk sagte. "Dass aus mir kein Tänzer werden würde, das war mir relativ früh klar", sagte der Schauspieler mit seiner ihm eigenen Selbstironie. Aber er sei wie verzaubert gewesen von den Menschen auf der Bühne. "Ich wollte auch einer von diesen Zauberern werden."
Tatsächlich schaffte er es auf die Bühne - und wurde an der renommierten Folkwang-Schauspielschule in Essen angenommen. Nach dem Abschluss bekam er ein Theaterengagement in Bielefeld, 1987 wurde er festes Ensemblemitglied am Schauspielhaus Bochum. Seine ersten großen Kinoerfolge feierte Rohde in Filmen des Regisseurs Sönke Wortmann, ebenfalls Sohn eines Bergmanns - 1992 in "Kleine Haie", 1994 in "Der bewegte Mann" und 1996 in "Das Superweib". 1997 besetzte ihn Wolfgang Becker in "Das Leben ist eine Baustelle", 1998 Tom Tykwer in "Lola rennt".
Später folgten auch immer wieder leichtere Kost oder Kinderfilme, wie etwa 2001 "Das Sams" oder 2010 "Teufelskicker". Auch in unzähligen Fernsehfilmen war und ist Rohde seit den 90er Jahren zu sehen, in der ZDF-Filmreihe "Der gute Bulle" oder in der ARD-"Schnitzel"-Serie auch als Hauptdarsteller. Seine Leistungen auf der Leinwand brachten Rohde zahlreiche Preise ein, etwa 2000 die Goldene Kamera, 2003 den Bambi, 2004 den Grimme-Preis und 2013 den Deutschen Schauspielerpreis.
Hochzeit machte ihn zum Baron
Verheiratet ist Rohde seit 1995 mit der 15 Jahre jüngeren Künstlerin Angela Schilling, die ihn zum Baron machte. Offiziell heißt er seitdem Armin Kurt Rohde-Baron von Schilling. Rohde macht keinen Hehl daraus, dass er nebenher noch eine zweite Beziehung führt, nämlich mit der 61-jährigen Schauspielerin Karen Böhne. Diese lebe mit ihrem Lebensgefährten in Berlin, erzählte er 2015 der "Bild"-Zeitung. Wenn Rohde in der Hauptstadt sei, besuche er Böhne oder sie ihn in seinem Hotel. Von einer offenen Beziehung will er nicht sprechen, stattdessen von einem "sehr geschlossenen und liebevollen Familienverbund".
Auf seinen 70. Geburtstag bereitete Rohde sich vor, zumindest in medizinischer Hinsicht. So machte er eine große "Vorsorgetournee", um ohne Hysterie in das neue Lebensjahrzehnt zu starten, wie er der "Neuen Osnabrücker Zeitung" im November sagte. Auf Spaziergängen über den Friedhof sehe er immer häufiger sein Geburtsjahr auf den Grabsteinen, da komme er ins Grübeln. "Der Fünfzigste hat mich nicht eingeschüchtert, beim Sechzigsten habe ich gedacht, das klingt jetzt doch ziemlich erwachsen", sagte er der Zeitung. "Bei 70 gibt's kein Vertun mehr - das ist mehr als erwachsen."
Zusammenfassung
- Armin Rohde, geboren am 4. April 1955 in Gladbeck, feiert seinen 70. Geburtstag und blickt auf eine über 30-jährige Schauspielkarriere zurück.
- Bekannt wurde er durch Filme wie 'Kleine Haie', 'Der bewegte Mann' und 'Lola rennt', die ihm zahlreiche Auszeichnungen wie die Goldene Kamera und den Grimme-Preis einbrachten.
- Verheiratet mit Angela Schilling seit 1995, führt Rohde auch eine besondere Beziehung zur Schauspielerin Karen Böhne und bereitete sich auf seinen runden Geburtstag mit einer 'Vorsorgetournee' vor.