"Nur vernünftig"
"Nehmen Platz weg": Wiener Grüne fordern höhere Parkgebühr für SUV
Das könne sie sich "gut vorstellen", denn große und schwere Autos "nehmen einfach unverhältnismäßig viel Platz weg, der allen Menschen gehört", sagt Pühringer.
Kein Preisvorschlag "parat"
Paris hatte im vergangenen Oktober eine Verteuerung der Parktarife für SUV eingeführt. Das Abstellen eines schweren Pkw kostet dort nun dreimal so viel.
Einen konkreten Preis- bzw. Staffelungsvorschlag für Wien hat Pühringer aktuell "nicht parat", wie sie meint. Aber es sei jedenfalls "naheliegend, da zu reagieren". Laut jüngster Auswertung des VCÖ (Verkehrsclub Österreich) wurden auch im Vorjahr in Wien die meisten SUV neu zugelassen.
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Kogler: "23-Stunden-Stehzeuge"
Grünen-Chef Werner Kogler kenne das Pariser Vorbild für den Vorschlag. Das sei immerhin die Stadt der Liebe, Paris würde etwas von "der wiedererflammten Liebe zur Natur in einer Stadt" verstehen.
Der Konflikt sei: "Wir haben nicht unbeschränkt Platz in den Städten, der ist für alle Menschen da. Es ist kein Naturgesetz, dass wir mit möglichst viel Blech über das städtische Pflaster da entweder fahren oder erst recht nicht stehen", meint Kogler. Die Fahrzeuge seien "23-Stunden-Stehzeuge".
Verbrauche ein SUV - "Länge mal Breite" - wesentlich mehr Platz, dann sei der Vorschlag einer höheren Parkgebühr "nur vernünftig", meint der Grünen-Chef. Das sei ja auch im Restaurant so. Wenn man einen größeren Tisch hat, zahlt man auch mehr, weil man mehr "verfuttert", so Kogler.
Kogler: "Sinnvoll sparen und richtig investieren“
Mahrer: Vorstoß "ideologisch motiviert und realitätsfern"
Gegen Pühringers Forderung, eine höhere Parkgebühr für SUVs in Wien einzuführen, ist eindeutig Karl Mahrer, Wiener ÖVP-Chef und Spitzenkandidat bei der Wien-Wahl. Laut ihm sei der Vorstoß "ideologisch motiviert und realitätsfern", so Mahrer in einer Aussendung.
Für den ÖVP-Chef handle es sich um eine "Bestrafung von SUV-Fahrern", die er strikt ablehnt. "Viele Wiener Familien sind auf größere Fahrzeuge angewiesen – sie pauschal mit höheren Gebühren zu belasten, geht an der Lebensrealität vorbei", so Mahrer.
Wien brauche "keine ideologischen Grabenkampf-Spielwiesen, sondern Politik mit Hausverstand, die den Alltag der Menschen erleichtert", so Mahrer. Die Stadtpolitik müsse sich auf pragmatische Lösungen konzentrieren, die den "Bürgerinnen und Bürgern konkret nützen".
Zusammenfassung
- Judith Pühringer, Spitzenkandidatin der Grünen bei der Wien-Wahl, spricht sich für höhere Parkgebühren für SUV nach Pariser Vorbild aus.
- Das könne sie sich "gut vorstellen", denn große und schwere Autos "nehmen einfach unverhältnismäßig viel Platz weg, der allen Menschen gehört", sagt Pühringer im APA-Interview.
- Verbrauche ein SUV - "Länge mal Breite" - wesentlich mehr Platz, dann sei der Vorschlag einer höheren Parkgebühr "nur vernünftig", meint der Grünen-Chef Werner Kogler.
- Gegen Pühringers Forderung, eine höhere Parkgebühr für SUVs in Wien einzuführen, ist eindeutig Karl Mahrer, Wiener ÖVP-Chef und Spitzenkandidat bei der Wien-Wahl.
- Laut ihm sei der Vorstoß "ideologisch motiviert und realitätsfern", so Mahrer in einer Aussendung.