Handelsstreit
"Tag der Befreiung": Alle Details zu Trumps Zollkrieg
Trump holte an Mittwoch zu einem Rundumschlag gegen enge Handelspartner der USA aus: Diese hätten die USA bisher mit ihrer Zollpolitik "geplündert und vergewaltigt". Über die Europäer sagte er erneut, sie zögen die USA "über den Tisch". Als Gegenmaßnahme kündigte der US-Präsident ein umfassendes Zollpaket an.
Bereits am 5. April um 12.01 Uhr (Ortszeit, 6.01 MESZ) tritt für Handelspartner nun weltweit ein "Mindestzoll" in Höhe von zehn Prozent in Kraft. Höhere Zölle für die nach Ansicht des Weißen Hauses "schlimmsten Übeltäter" sollen am 9. April um 12.01 Uhr (Ortszeit, 06.01 Uhr MESZ) in Kraft treten.
Wen treffen die Zölle?
Die höheren Zusatzzölle betreffen wichtige Handelspartner der USA, darunter auch enge Verbündete wie die Europäische Union. Importe aus der EU werden mit Aufschlägen von 20 Prozent belegt.
Auch weitere wichtige Handelspartner sind betroffen: Indien wird mit Aufschlägen von 26 Prozent belegt, Südkorea mit 25 Prozent und Japan mit 24 Prozent.
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Besonders hart dürften die neuen Zölle China treffen - das Land, mit dem die USA das größte Handelsdefizit haben. China muss mit neuen Aufschlägen von 34 Prozent rechnen. Diese Aufschläge gelten zusätzlich zu bereits erhobenen Zöllen: Seit dem 4. März gelten zusätzlich Zölle von 20 Prozent auf chinesische Importe in die USA. Insgesamt beläuft sich der Zoll auf chinesische Importe somit auf 54 Prozent.
Video: Trumps Zollankündigung
Trump nannte die Höhe der vorgesehenen Zölle für die jeweiligen Länder "ungefähr die Hälfte von dem, was sie von uns verlangen und verlangt haben".
Gibt es auch Ausnahmen?
Ja, einige Waren wie Kupfer, Arzneimittel, Halbleiter, Holz, Gold und "bestimmte Mineralien" werden nach Informationen des Weißen Hauses nicht von den am Mittwoch vorgestellten gegenseitigen Zöllen betroffen sein. Auch die wichtigen US-Partner Kanada und Mexiko sind US-Regierungsvertretern zufolge von den neuen Zöllen ausgenommen.
Trump hatte zuvor Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Einfuhren aus beiden Ländern verhängt, diese gelten weiterhin.
Auch Kuba, Belarus, Nordkorea und Russland sind von Trumps neuen reziproken Zöllen nicht betroffen, da sie bereits mit Sanktionen belegt seien, die "jeden sinnvollen Handel ausschließen", erklärte das Weiße Haus.
Bleiben die bereits angekündigten Zölle bestehen?
Ja, am Donnerstag treten neue Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Autoimporte in Kraft. Zuvor hatte Trump bereits Zölle in Höhe von 25 Prozent auf Stahl- und Aluminiumimporte verhängt, die ab Freitag auch auf Bierkonserven und leere Aluminiumdosen ausgeweitet werden. Mitarbeiter des Weißen Hauses sagten am Mittwoch, dass Trump ähnliche Maßnahmen für Halbleiter, Arzneimittel und möglicherweise wichtige Mineralien in Betracht zieht.
Unabhängig davon kann seit dem 2. April ein drastischer Strafzoll in Höhe von 25 Prozent für Länder gelten, die Öl und Gas aus Venezuela beziehen. Diese Maßnahme könnte insbesondere China und Indien hart treffen, wohin das südamerikanische Land unter dem Druck von US-Sanktionen einen Teil seiner Exporte verlagert hatte.
Trump hat einen ähnlichen Strafzoll für Käufer von russischem Erdöl angedroht für den Fall, dass es keine Einigung für ein Ende des Ukraine-Krieges gibt.
Wie reagiert die EU?
Die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, bezeichnet die neuen US-Zölle als schweren Schlag für die Weltwirtschaft. "Wir sind bereits dabei, das erste Paket von Gegenmaßnahmen als Reaktion auf die Stahlzölle fertigzustellen", sagte sie in einer Erklärung, die am Donnerstag in Samarkand (Usbekistan) im Vorfeld eines EU-Zentralasien-Partnerschaftsgipfels verlesen wurde.
Mit den Gegenmaßnahmen wolle man die Interessen der EU und der Unternehmen innerhalb der Europäischen Union schützen, falls die Verhandlungen mit den USA scheitern sollten, so die Kommissionspräsidentin weiter.
Video: Trump mit Zoll-Angriff: Heimische Weinbauern leiden
Zusammenfassung
- US-Präsident Donald Trump hat seine aggressive Zollpolitik fortgesetzt: Am Mittwoch folgten weitere Zoll-Ankündigungen.
- Trump bezeichnete den 2. April als "Befreiungstag" für die US-Wirtschaft.
- Die wichtigsten Details zu Trumps Zoll-Paket.