Janácek-Premiere im Linzer Musiktheater erhielt viel Beifall
Die von Konwitschny und dem Linzer Dramaturgen Christoph Blitt stammende neue deutsche Textfassung der "Füchsin" ist nicht immer schlüssig. So nennt die Besetzung zwar die Personen und Tiere der Urfassung, doch alle sind nun Menschen, lässig eingekleidet von Okarina Peter. Ort der Handlung - im düsteren Bühnenbild Timo Dentlers - ist ein amerikanischer Slum. Manche vulgären Texte verstärken die triste "Location". Nur die Gaststube entspricht dem böhmischen Klischee.
Musikalisch bleiben keine Wünsche offen. Die neun orchestralen Zwischenspiele der Szenen sind eine Wohltat. Tadellose sängerische Leistungen bieten, den 25 großen und kleinen Soli voran, Carina Tybjerg Madsen (Die gerissene Füchsin), Adam Kim (Förster), Tenor SeungJick Kim (Fuchs, anstelle der bisherigen Hosenrolle eines Mezzosoprans), Ulf Bunde (Dachs), Christian Drescher (Schulmeister), Dominik Nekel (Pfarrer), Michael Wagner (Haraschta) sowie die auch spielfreudigen (besonders bei der Hochzeit von Füchsin und Fuchs) drei Landestheater-Chöre. Akrobatisch wirbeln neun Breakdancer über die Bühne.
Die instrumentale Qualität dieser Opernpremiere ist auch terminlich zu würdigen: Am Abend zuvor musizierte das Bruckner Orchester Linz - in größter Besetzung - unter Markus Poschner im Linzer Brucknerhaus die Uraufführung eines sinfonischen Großprojekts von Christoph Cech sowie die nicht weniger anspruchsvolle Manfred-Sinfonie von Piotr I. Tschaikowski.
(Von Wolfgang Katzböck/APA)
(S E R V I C E - "Die gerissene Füchsin", Oper in drei Akten von Leoš Janáček, Musikalische Leitung: Markus Poschner, Inszenierung: Peter Konwitschny. Bühne und Kostüme: Timo Dentler, Okarina Peter, Dramaturgie: Christoph Blitt. Mit u.a.: Adam Kim (Förster), Manuela Leonhartsberger/Jovana Rogulja (Försterin), Christian Drescher (Schulmeister), Dominik Nekel (Pfarrer), Sophia Hochrainer/Elias Kobyakov (Junge Füchsin), Carina Tybjerg Madsen (gerissene Füchsin), SeungJick Kim (Fuchs). Weitere Termine: 3., 16. April, 2., 19., 30. Mai, 3. Juni 2025, Musiktheater Linz, Großer Saal. Nähere Informationen unter www.landestheater-linz.at)
Zusammenfassung
- Die Oper 'Die gerissene Füchsin' von Leoš Janáček feierte am Samstag im Linzer Musiktheater ihre Premiere mit einer neuen deutschen Textfassung und erhielt viel Beifall vom Publikum.
- Unter der musikalischen Leitung von Markus Poschner überzeugte das Bruckner Orchester Linz, während die sängerischen Leistungen von 25 Solisten und drei Landestheater-Chören gelobt wurden.
- Die Inszenierung von Peter Konwitschny, die in einem amerikanischen Slum spielt, wird als nicht immer schlüssig beschrieben, dennoch beeindruckte die instrumentale Qualität der Aufführung.