Ermittlungen gegen Baufirma nach Hauseinsturz in Bangkok
Bisher wurden unter den Trümmern des 30-stöckigen Baus, der wie ein Kartenhaus in sich zusammenstürzte, 15 Leichen gefunden. Dutzende Arbeiter werden noch unter dem riesigen Berg aus Beton vermisst. Die Suche dauert an, auch wenn die Hoffnung, noch Überlebende zu finden, immer mehr schwindet.
Unter anderem würden Vorwürfe untersucht, dass die beim Bau des Gebäudes für die State Audit Office (staatliche Finanzkontrolle) verwendeten Stahlstangen minderwertig waren, sagte die Regierungschefin weiter. Das Konsortium sei derzeit auch an Projekten zum Bau eines Gebäudes des Amtes für nationale Wasserressourcen und einiger Abschnitte eines Hochgeschwindigkeitsbahnprojekts beteiligt, berichtete die Zeitung "Bangkok Post".
Seltsam sei, dass bei dem Beben, dessen Epizentrum mit einer Stärke von 7,7 in Myanmar lag, keine anderen Hochhäuser in Bangkok eingestürzt seien. Bereits vor dem Unglück soll es Berichte über Unregelmäßigkeiten beim Bau des 55 Millionen Euro teuren Projekts gegeben haben, berichtete die Zeitung "South China Morning Post". Bilder von solchen umstrittenen Projekten, bei denen mit minderwertigen Materialien gearbeitet werde, gingen derzeit im Internet als sogenannte "Tofu-Gebäude" viral, hieß es. Unterdessen teilten die Behörden in Bangkok mit, dass nach genauer Untersuchung von Schäden an rund 3.300 Gebäuden in Bangkok mehr als 30 für unbewohnbar erklärt worden seien.
Zusammenfassung
- Nach dem Einsturz eines Hochhaus-Rohbaus in Bangkok bei einem Erdbeben der Stärke 7,7 werden 15 Leichen geborgen, während Dutzende Arbeiter noch vermisst werden.
- Ermittlungen gegen den chinesischen Auftragnehmer sind im Gange, da Vorwürfe bestehen, dass minderwertige Stahlstangen beim Bau verwendet wurden.
- Ministerpräsidentin Paetongtarn Shinawatra hat eine Untersuchung aller Projekte des Konsortiums angeordnet, während mehr als 30 Gebäude in Bangkok als unbewohnbar erklärt wurden.