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WAC nach Elfer-Triumph beim LASK erstmals im Cup-Finale

02. Apr. 2025 · Lesedauer 3 min

Der WAC darf weiter vom ersten Cuptitel der Vereinsgeschichte träumen. Am Mittwoch feierten die Kärntner im Halbfinale im Elfmeterschießen einen 4:2-Erfolg beim LASK und treffen damit in einem unerwarteten Duell zweier Endspiel-Neulinge am 1. Mai in Klagenfurt auf den TSV Hartberg. Die Steirer schalteten überraschend Bundesliga-Tabellenführer Austria Wien aus.

Der LASK wurde nach früher Führung durch Maximilian Entrup (5.) für eine immer passivere Vorstellung bestraft. Chibuike Nwaiwu (84.) brachte die dominanten, aber meist harmlosen Gäste verdient in die Verlängerung bzw. ins Elferschießen, nach dem schließlich der erste Cup-Finaleinzug des WAC zur Gewissheit wurde.

Beide Teams kreuzten im Vergleich zum vergangenen Wochenende fast unverändert auf. Beim LASK rückte im Sturm für Samuel Adeniran Christoph Lang nach vor, an seiner Stelle spielte Florian Flecker. Der WAC bot im Mittelfeld rechts statt Boris Matic den zuletzt gesperrten Adis Jasic und im Sturm Angelo Gattermayer für Oliver Pink auf.

Die Offensive spielte bei den Gästen vorerst aber keine große Rolle. Vielmehr unterband der LASK die Bemühungen des WAC sehr souverän - mit der schnellen und letztlich umstrittenen Führung im Rücken. Einen Ballverlust im Mittelfeld nutzten die Linzer ideal, Entrup schloss nach wenigen Kombinationen mit einem Schuss ins lange Eck nach genau 4:02 Minuten sauber ab. Das vorangegangene "Textilvergehen" von Flecker an Nicolas Wimmer blieb dabei aber ungeahndet.

Die Kärntner, die die jüngsten vier Duelle mit dem LASK für sich entscheiden konnten, kamen danach trotz Ballbesitzüberhangs kaum in die gefährliche Zone. Ein unpräziser Weitschuss von Verteidiger Nicolas Wimmer (29.) war lang das einzig Nennenswerte, bei der ersten Chance aus dem Spiel heraus rettete Goalie Tobias Lawal vor dem heranbrausenden Dejan Zukic (28.). Kurz vor der Pause setzte der Serbe einen Volley klar über das Tor (42.).

Während der defensiv sehr sattelfeste, offensiv aber harmlose LASK nach Wiederbeginn nichts an seiner Spielanlage änderte, versuchte WAC-Coach Dietmar Kühbauer zur Pause mit der Einwechslung von Ervin Omic und Pink zu reagieren. Es dauerte bis zur 56. Minute, ehe Thierno Ballo mit einem Schuss ans Außennetz die erste Chance vorfand. Es war bis dahin die stärkste Phase der Gäste, LASK-Trainer Markus Schopp schickte angesichts der zunehmenden Passivität seiner Elf Adeniran und Robert Zulj aufs Feld.

Ein Flecker-Schuss neben das Tor (67.) markierte kurz darauf die erste LASK-Chance nach dem Seitenwechsel, der WAC konterte mit einer Topchance durch Pink, der den Ball aus fünf Metern nicht im Tor unterbrachte (68.). In einer lebhaften, aber weiter chancenarmen Schlussphase musste es schließlich ein Standard richten: Nwaiwu war nach Freistoß per Kopf und Innenstange erfolgreich und brachte sein Team in die Verlängerung - auch, weil LASK-Verteidiger Andres Andrade per Kopf nur an die Oberseite der Latte köpfelte (92.).

LASK mit schwacher Elfer-Performance

Die Draufgabe war nicht nur von Erschöpfungserscheinungen auf beiden Seiten, sondern auch Gelb-Rot für den bereits ausgewechselten Entrup wegen Kritik geprägt (105.). Die Entscheidung musste schließlich im Elfmeterschießen fallen. Während der WAC dort seine ersten vier Versuche verwertete, wurden Philipp Ziereis mit einem Stangenschuss und Adeniran, dessen schwachen Versuch Nikolas Polster parierte, zu den Sargnägeln der Gastgeber.

Zusammenfassung
  • Der WAC triumphierte im Halbfinale des ÖFB-Cups mit einem 4:2-Sieg im Elfmeterschießen gegen den LASK und steht damit erstmals im Finale. Das entscheidende Spiel findet am 1. Mai in Klagenfurt gegen den TSV Hartberg statt.
  • Maximilian Entrup brachte den LASK bereits in der 5. Minute in Führung, doch Chibuike Nwaiwu glich in der 84. Minute aus und erzwang das Elfmeterschießen. Der WAC zeigte sich dort treffsicher, während der LASK zweimal scheiterte.
  • Der TSV Hartberg überraschte im anderen Halbfinale mit einem Sieg gegen den Tabellenführer Austria Wien, was zu einem unerwarteten Duell zweier Endspiel-Neulinge im Finale führt.