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Heer laut ABC-Chef Schlechter für Entseuchungen gerüstet

Heute, 07:36 · Lesedauer 2 min

Für den Fall eines Ausbruchs der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Österreich kann das Bundesheer die Gesundheitsbehörden ausreichend unterstützen, wie der Leiter des ABC-Abwehrzentrums in Korneuburg, Oberst Jürgen Schlechter, der APA erklärte. Die derzeit 53 Soldatinnen und Soldaten in der Slowakei samt Gerät müssten wohl nicht zurückbeordert werden. "Es ist nicht so, dass wir auf das Kontingent dort angewiesen sind", sagte Schlechter. "Wir haben genug Reserven in Österreich."

Derzeit unterstützen 53 Heeresangehörige der dem ABC-Abwehrzentrum angegliederten "Austrian Forces Disaster Relief Unit" (AFDRU) die Slowakei im Rahmen des EU-Zivilschutzmechanismus bei der Desinfektion von Fahrzeugen an der ungarischen Grenze. "Wenn es dringenden Eigenbedarf gibt", sei im Rahmen des EU-Regelwerks auch ein Rückzug möglich, angesichts der vorhandenen Ressourcen des Bundesheeres aber eher nicht zwingend notwendig. Elf Dekontaminationsfahrzeuge gebe es für solche Lagen, zwei davon befinden sich derzeit in der Slowakei.

Die 53 Soldatinnen und Soldaten in der Slowakei sind laut Schlechter die ersten europäischen Soldaten, die im EU-Ausland im Rahmen des europäischen Zivilschutzmechanismus bei Dekontaminierungen unterstützen. Österreich verfüge derzeit über das einzige "Modul im Rahmen des EU-Zivilschutzes für Einsätze dieser Art".

Seit diesem Wochenende stehen Soldaten bereits im Burgenland im Assistenzeinsatz. Bei bestätigten MKS-Fällen in Österreich könnten zur Unterstützung der Gesundheitsbehörden auch Kräfte zu betroffenen Viehbetrieben verlegt werden. Denn die Kapazitäten des Heeres seien insbesondere auf massive Verseuchungen ausgelegt. "Wenn es einen Betrieb mit 10.000 Tieren trifft, dann müssen in kürzester Zeit alle Tiere gekeult werden", so Schlechter. Das sei vor allem logistisch "eine Aufgabe". Diese Tiere müssten dann weggebracht, die Fahrzeuge vor Verlassen der Höfe desinfiziert werden. "Dort macht der Einsatz unserer Dekontaminationssysteme Sinn. Weil wir dort am potentesten sind bei der größten Virenlast", sagte der ABC-Chef.

"Wir können zu jedem betroffenen Hof oder Firma oder Stall hinfahren", führte Schlechter aus. "Die Behörde legt eine Sperrzone fest. Und wir stehen genau an der Grenze. Und jede Person und jedes Fahrzeug, das dann eben aus dieser Sperrzone heraustritt, wird dann von uns dekontaminiert."

Einen solchen Einsatz hatte das Bundesheer zuletzt im Oktober 2024 im niederösterreichischen Bezirk Amstetten nach einem rasanten Vogelgrippe-Ausbruch. Tausende Vögel waren damals krankheitsbedingt verendet oder mussten getötet werden.

(Das Gespräch führte Nikolaus Pichler/APA)

Zusammenfassung
  • Das Bundesheer kann bei einem Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) in Österreich die Gesundheitsbehörden ausreichend unterstützen, ohne die 53 Soldatinnen und Soldaten aus der Slowakei zurückzubeordern.
  • Österreich verfügt über elf Dekontaminationsfahrzeuge, von denen zwei derzeit in der Slowakei im Rahmen des EU-Zivilschutzmechanismus eingesetzt werden.
  • Bei einem MKS-Ausbruch könnten Soldaten zu betroffenen Viehbetrieben verlegt werden, da das Bundesheer auf massive Verseuchungen vorbereitet ist, bei denen große Tierbestände gekeult werden müssen.