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Fürst Albert II. regiert seit 20 Jahren in Monaco

05. Apr. 2025 · Lesedauer 4 min

Für Fürst Albert II. ist der kommende Sonntag ein doppelter Jahrestag: Am 6. April 2005 starb sein Vater Rainier III., und Albert wurde sein Nachfolger. In den zwei Jahrzehnten seiner Regentschaft hat Albert das kleine Fürstentum modernisiert und zugleich den Klatschblättern regelmäßig Stoff geliefert, etwa über das Auf und Ab seiner Ehe mit Charlene Wittstock.

Als die südafrikanische Schwimmerin 2014 Zwillinge auf die Welt brachte, war ganz Monaco erleichtert: Der zuvor als ewiger Junggeselle verspottete Albert hatte in den Augen vieler Monegassen seine Pflicht erfüllt und für einen Thronfolger gesorgt. Obwohl Jacques kurz nach seiner Schwester Gabriella auf die Welt kam, ist der Bub nach monegassischem Recht Erbprinz.

Mit seiner eigenen Geburt 1958 hatte Albert noch mehr Aufsehen erregt, war er doch der einzige Sohn von Hollywood-Star Grace Kelly, die für ihre Ehe mit Fürst Rainier von Monaco ihre Filmkarriere aufgegeben hatte. Albert wurde von klein auf darauf vorbereitet, in die Fußstapfen seines Vaters zu treten. Er bekam Privatunterricht, studierte am renommierten Amherst-College in den USA, der Heimat seiner Mutter, absolvierte außerdem eine Banklehre und seinen Militärdienst in der französischen Armee.

Die Zeit bis zu seiner Amtsübernahme vertrieb sich der Prinz mit Sport und etlichen Affären, aus denen zwei uneheliche, später anerkannte Kinder hervorgingen. Albert brachte es im Judo bis zum schwarzen Gürtel, trat bei der Rallye Paris-Dakar an und vertrat sein Land als Bobpilot bei den Olympischen Winterspielen.

Amtsübernahme vor 20 Jahren

2005 wurde Albert schließlich Herrscher des nur zwei Quadratkilometer kleinen Fürstentums, nachdem sein Vater Rainier nach 55-jähriger Regentschaft als dienstältester Staatschef Europas gestorben war. Zum Leidwesen vieler Monegassen hatte der damals 47-Jährige bei den Feierlichkeiten noch immer keine Ehefrau an seiner Seite, sondern wurde von seinen Schwestern Stéphanie und Caroline flankiert.

Fortan durfte sich der Regent des zweitkleinsten Staates der Welt mit mehr Titeln schmücken als auf eine Visitenkarte passen, darunter Herzog, Graf, Baron, Seigneur, Sire und Marquis. In den meisten Fällen handelt es sich um historische Besitztümer der Grimaldi-Familie in Frankreich, wo die Titel aber schon seit 1949 nicht mehr anerkannt werden.

Bemühen um Imagewandel

Albert II. bemühte sich seitdem, Monacos Image als Steueroase zu ändern, und unterzeichnete mehrere Abkommen zum Austausch von Steuerinformationen. Er engagierte sich für Klimaschutz und reiste zum Nord- und Südpol. Zugleich förderte er das von Umweltschützern kritisierte Vorhaben, Monaco um eine künstlich angelegte Landzunge zu erweitern. Das sechs Hektar große Luxus-Stadtviertel Mareterra wurde im Dezember eingeweiht.

Was aber die Monegassen und die Klatschblätter aus aller Welt wirklich interessierte, war Alberts Beziehung zu der 20 Jahre jüngeren Sportlerin Charlene Wittstock. 2011 heirateten die beiden in einer prunkvollen Zeremonie in Monaco. Weinte sie in der Kirche aus Rührung oder aus Verzweiflung? Hatte sie kurz vor der Hochzeit noch fliehen wollen? In jedem Fall gab es viele Gerüchte, und auch nach der Geburt der Zwillinge machte das Paar nicht immer den glücklichsten Eindruck.

Eindruck einer Dauerkrise

Der Eindruck einer Dauerkrise verschärfte sich, als sich Charlene 2021 monatelang in Südafrika und in einer Schweizer Privatklinik aufhielt. Auf Fotos aus dieser Zeit war sie extrem abgemagert und hatte sich stellenweise den Kopf rasiert.

Nach einer Weile zeigte sich Charlene dann aber wieder an Alberts Seite. Auch die Zwillinge sind immer wieder bei öffentlichen Terminen zu sehen. Zum Nationalfeiertag im November winkten sie brav vom Balkon des Palastes, Gabriella im hellblauen Kleid, Jacques in einer Uniform voller Kordeln und Abzeichen.

Keine offiziellen Feierlichkeiten

Zum Jahrestag am Sonntag wird es keine offiziellen Feierlichkeiten geben: Einerseits, weil Alberts Thronbesteigung seinerzeit erst Monate später im November begangen wurde, anderseits, weil nach monarchischer Tradition erst der 25. Jahrestag einer Regentschaft gefeiert wird.

Zusammenfassung
  • Am 6. April 2005 folgte Fürst Albert II. seinem verstorbenen Vater Rainier III. als Herrscher Monacos nach, und regiert das Fürstentum seit nunmehr 20 Jahren.
  • Die Ehe mit Charlene Wittstock und die Geburt der Zwillinge Jacques und Gabriella im Jahr 2014 sicherten die Thronfolge und sorgten für Schlagzeilen, insbesondere wegen Krisengerüchten.
  • Albert II. bemüht sich um einen Imagewandel Monacos, unterzeichnete Abkommen zum Steueraustausch und engagiert sich im Klimaschutz, während das neue Stadtviertel Mareterra im Dezember eingeweiht wurde.