Hollywood-Star tot
Von "Top Gun"-Tränen bis "Batman": Abschied von Val Kilmer
Die ikonische Rolle als Pilot Tom "Iceman" Kazansky im Actionfilm "Top Gun" machte Val Kilmer 1986 über Nacht berühmt. Mit spektakulären Flugmanövern versuchte er darin seinen erbitterten Rivalen Tom Cruise in der Rolle als Pete "Maverick" Mitchell zu überflügeln. In den 80er und 90er Jahren zählte der Schauspieler zu den Topverdienern in Hollywood.
In seiner letzten Rolle wurde Kilmer vom Konkurrenten zum Freund und Vertrauten von Tom Cruise. In der Fortsetzung der Filmreihe, die ihn einst berühmt gemacht hat, schlüpfte er noch einmal in die Figur des "Iceman". Zwar sprach er in "Top Gun: Maverick" nur wenige Sätze und tat dies mit gebrochener Stimme. Die Szene zählt dennoch zu den berührendsten Momenten des Hollywood-Streifens.
Tom Kazansky alias "Iceman" war in der Geschichte das Gleiche widerfahren wie dem Schauspieler im richtigen Leben: Er war an Krebs erkrankt und hatte seine Stimme verloren.
Eigene Stimme "ganz besonderes Geschenk"
Kilmer musste sich wegen Kehlkopfkrebs vor einigen Jahren einer Chemotherapie und einem Luftröhrenschnitt unterziehen. Den Krebs habe er schnell überwunden, er vermisse aber seine alte Stimme, sagte der Schauspieler 2020 in einem TV-Interview.
Die Szene mit dem krebskranken "Iceman", der nach dem Verlust seiner Stimme Sätze auf dem Computer schreibt, schrieb ihrerseits Hollywood-Geschichte. Cruise erzählte in der Sendung von Talkmaster Jimmy Kimmel, dass er zu Tränen gerührt gewesen sei, mit seinem alten Freund zu drehen. "Er ist so ein brillanter Schauspieler und ich liebe seine Arbeit", bescheinigte Cruise seinem Co-Star.
Cruise hatte sich als Produzent der "Top Gun"-Fortsetzung dafür eingesetzt, dass Kilmer die kurze Gastrolle erhielt.
Künstliche Stimme dank KI
Nicht nur auf der Leinwand, auch im echten Leben unterstütze eine Software Kilmer bei der Kommunikation: Mit Künstlicher Intelligenz und alten Audioaufzeichnungen stellte eine britische Softwarefirma eine Kopie seiner Stimme her.
Die Fähigkeit, zu kommunizieren, sei das Kernstück des menschlichen Lebens, sagte der Schauspieler laut "Variety". Nach dem Krebs sei es für viele schwierig gewesen, ihn zu verstehen. Es sei ein "ganz besonderes Geschenk", seine vertraute Stimme wiederzuhaben.
Vom Maverick-Gegner zu Batman
Nach seinem Erfolg in "Top Gun" stand Kilmer 1991 in der Hauptrolle des Musikfilms "The Doors" als der legendäre Sänger Jim Morrison vor der Kamera. In "Tombstone" (1993) spielte er den Westernhelden Doc Holliday, in Joel Schumachers "Batman Forever" (1995) wurde er zum hoch bezahlten Superhelden. Mit der Filmlegende Marlon Brando drehte er 1996 "DNA - Die Insel des Dr. Moreau".
In Michael Manns Thriller "Heat" war Kilmer 1995 an der Seite von Robert De Niro und Al Pacino Teil einer Diebesbande. "Als ich mit Val an 'Heat' arbeitete, staunte ich immer wieder über die Bandbreite, die brillante Variabilität innerhalb des kraftvollen Sogs von Vals besitzergreifendem und ausdrucksstarkem Charakter", teilte Mann dem "Hollywood Reporter" nach Kilmers Tod mit.
Im Fantasy-Kultfilm "Willow" (1988) war er an der Seite der britischen Schauspielerin Joanne Whalley zu sehen, die er kurz nach Drehende heiratete. Aus der Ehe, die später geschieden wurde, gingen Tochter Mercedes (33) und Sohn Jack (29) hervor.
Doku-Produktion mit seinen Kindern
Der charismatische Star war nur einmal verheiratet, hatte aber wohl zahlreiche Promiliebschaften. In seinen Memoiren (2020) "I'm Your Huckleberry" erzählte Kilmer von seinem früheren Leben in Hollywood, darunter auch über seine Verhältnisse mit Kolleginnen wie Cher, Michelle Pfeiffer, Daryl Hannah und Ellen Barkin.
Nicht nur in Memoiren, auch in einer Doku blickte der Schauspieler auf sein Leben zurück. Der Film "Val" feierte 2021 bei den Festspielen in Cannes seine Weltpremiere. Die Tochter wirkte als Produzentin mit, der Sohn fungierte wegen der angeschlagenen Stimme des Vaters als Erzähler.
In schwierigen Zeiten vertraute Kilmer laut dem "Hollywood Reporter" auf seinen Glauben. Kilmer war Mitglied der Religionsgemeinschaft "Christliche Wissenschaft", die unter anderem an Heilung durch Gebete glaubt.
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Zusammenfassung
- Mit gerade einmal 65 Jahren starb Hollywood-Star Val Kilmer am Dienstag an einer Lungenentzündung.
- Sein letzter Leinwand-Auftritt in "Top Gun: Maverick" rührte seinen Schauspielkollegen Tom Cruise zu Tränen.