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Ars Electronica Festival 2025 fragt: "Panik, ja oder nein?"

02. Apr. 2025 · Lesedauer 3 min

"Panic yes/no" ist das Thema des diesjährigen Ars Electronica Festivals von 3. bis 7. September in Linz. Mit Zitaten aus Bob Dylans "the times they are a-changin'" begrüßte der künstlerische Direktor Gerfried Stocker zur Pressekonferenz am Mittwoch. "Panik ist, wenn wir der Gefahr ausweglos gegenüberstehen", erklärte er. Panik beschreibe den aktuellen Gefühlszustand der gegenwärtigen Welt, Aufgabe der Kunst und des Festivals sei es, die Zukunftsfähigkeit aufrechtzuerhalten.

Stocker holte bei seiner Präsentation aus bis zurück in die 1960er-Jahre, spannte einen - politischen - Bogen vom American way of life und seinem Niedergang, von der Bedeutung der Globalisierung, Technologisierung bis hin zur Künstlichen Intelligenz im bewährten Dreieck von Kunst, Technologie und Gesellschaft. "Übrig bleibt die Frage, wem die Kontrolle gehört." Die entscheidende Fähigkeit der Zukunft sei es nicht, Werkzeuge zu bedienen sondern mit den Ergebnissen umzugehen, wobei am wichtigsten die Menschlichkeit sei.

Eine große Rolle und Verantwortung komme der Kunst zu - "Die Offenheit und die alternative Vielfalt der Ideen feiern, rücksichtslos spekulativ etwas auszuprobieren". Stocker betonte: "In einer Zeit, in der wir uns nicht im Klaren sind, was der nächste Schritt ist, ist das Wichtigste, dass wir die Agilität erhalten und aufbauen, um überhaupt nächste Schritte zu setzen. Das ist das Rezept, das wir Agonie und Panik entgegensetzen werden."

Die Möglichkeiten und Konsequenzen von Kunst leuchtet eines der zentralen Projekte des diesjährigen Festivals, die Oper "Der Kaiser von Atlantis" aus. 80 Jahre nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs sei "die Entstehungsgeschichte exemplarisch für Künstler, die unter Druck handeln in Zeiten des Umbruchs" und zeige "was passiert, wenn ein totalitärer Machtanspruch sich durchsetzt", kündigte Stocker die im Ghetto Theresienstadt von Viktor Ullmann und Peter Kien geschaffene und erst 1975 uraufgeführte Kammeroper an.

Langjährige und neue Kooperationen

Mehr Vorgeschmack aus dem reichen und vielfältigen Programm in der PostCity am Bahnhof und an weiteren Orten in der Stadt gaben Festivaldirektorin Veronika Liebl und Festivalorganisatorin Christl Baur. Kooperationen und Partnerschaften seien dabei entscheidend, viele langjährig wie jene mit der Kunstuni, einige neu wie jene mit dem Brucknerfest beim Ars Electronica Opening. Ein erster Höhepunkt werden dabei Ausschnitte aus der Walzersymphonie, einem Projekt, das vom Ars Electronica Futurelab in Kooperation mit vier renommierten Musik-Universitäten im Auftrag von Johann Strauss 2025 Wien umgesetzt wird. Neu im Reigen der vielen Auszeichnungen, die beim Festival überreicht werden - von Prix Ars Electronica bis zum Award for Digital Humanity -, ist die Verleihung des Media Literacy Award für Lehrkräfte aus Österreich, die sich mit innovativen Unterrichtskonzepten hervorgetan haben. Abermals sei man ein "Green Event", vor allem Kreislaufwirtschaft ein Thema.

"Gegenwartskunst kann uns Wege aufzeigen, wie wir in Zeiten von Um- und Aufbrüchen mit Panik umgehen können", interpretierte Bürgermeister Dietmar Prammer (SPÖ) das Festivalthema und sah "Lust und Neugier eigene Horizonte zu überwinden und sich auf Neues einzulassen" als Weg. "Zukunft ist aus Mut und Zuversicht gemacht", präsentierte Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer (ÖVP) den ihren. "Wir sind mit großen Herausforderungen konfrontiert, die Ars Electronica wird uns positiven Spirit und Mindset beim Festival geben" nannte sie die Ars Electronica ein "Geschenk der Stadt an die Welt".

(S E R V I C E - Ars Electronica Festival 2025 "Panic yes/no" von 3. bis 7. September in Linz, PostCity am Bahnhof und an anderen Orten. http://ars.electronica.art)

Zusammenfassung
  • Das Ars Electronica Festival 2025 in Linz vom 3. bis 7. September widmet sich dem Thema 'Panic yes/no' und untersucht die Rolle der Kunst in Zeiten von Unsicherheit.
  • Ein Highlight ist die Aufführung der Oper 'Der Kaiser von Atlantis', die 80 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg die Gefahren totalitärer Machtansprüche thematisiert.
  • Erstmals wird der Media Literacy Award an österreichische Lehrkräfte verliehen, die sich durch innovative Unterrichtskonzepte auszeichnen.