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Deadline am 5. April

Kurz vor TikTok-Verbot: OnlyFans und Amazon machen Kaufangebot

03. Apr. 2025 · Lesedauer 3 min

Bis 5. April muss TikTok sich von seinem chinesischem Mutterkonzern ByteDance abspalten, sonst droht das Verbot in den USA. Genügend Kaufinteressenten gäbe es auf jeden Fall. Berichten zufolge haben etwa Amazon und OnlyFans Kaufangebote gemacht.

Bis zum 5. April braucht TikTok einen Käufer, sonst droht der App ein Verbot in den USA. Im Vorjahr wurde ein entsprechendes Gesetz verabschiedet. Hintergrund waren Bedenken bezüglich der nationalen Sicherheit aufgrund des chinesischen Konzerns ByteDance, dem TikTok gehört. Im Jänner hatte US-Präsident Donald Trump die ursprüngliche Frist bis zum 5. April verlängert.

An der App gibt es offenbar reges Interesse. "Wir haben eine Menge potenzieller Käufer", sagte auch Trump.

So hat laut Reuters und der "New York Times" Amazon am Mittwoch ein Kaufangebot für TikTok abgegeben. Insider hätten der Zeitung erklärt, verschiedene an den Verhandlungen beteiligte Personen würden das Gebot aber nicht ernst nehmen. Eine Stellungnahme der genannten Personen und Unternehmen lag zunächst nicht vor.

OnlyFans-Gründer bietet mit

Auch Tim Stokely, Gründer der Plattform OnlyFans, hat mit seinem neuen Start-up Zoop ein Kaufangebot gemacht. Die Website ist - im Unterschied zu OnlyFans, das primär von Sex-Arbeiter:innen genutzt wird - für Mainstream-Creators gedacht und zielt darauf ab, Community-Mitglieder für ihr Engagement zu belohnen.

"Bei unserem Gebot für TikTok geht es nicht nur darum, die Eigentumsverhältnisse zu ändern, sondern auch darum, ein neues Paradigma zu schaffen, bei dem sowohl die Urheber als auch ihre Communitys direkt von dem von ihnen geschaffenen Wert profitieren", sagte Zoop-Mitbegründer RJ Phillips in einer Erklärung.

Auch die Kryptowährungsstiftung Hbar hat kurz vor Schluss noch ein Kaufangebot abgegeben, bestätigte ein Unternehmensvertreter am Mittwoch gegenüber "USA Today".

Diese Unternehmen bieten mit

Lange können allerdings keine Angebote mehr gemacht werden, die Uhr für den Verkauf tickt. Auch folgende Unternehmen bzw. Investor:innen haben bereits ihr Interesse bekundet:

  • MrBeast: Ein Investorenkonsortium, in dem auch Youtube-Superstar James Donaldson alias MrBeast sitzt, hat Anfang des Jahres ein Angebot für ByteDance abgegeben. 
  • Oracle: Der Software- und Hardwarehersteller dürfte auch seinen Hut in den Ring geworfen haben, berichtete das "Wall Street Journal".
  • Perplexity AI: Die Suchmaschine schlug laut Reuters im Jänner eine Fusion vor. Statt eines Verkaufs würden in dem Fall TikTok und Perplexity AI zu einem neuen Unternehmen zusammengeführt werden.
  • Blackstone: Das Private-Equity-Unternehmen erwägt laut Reuters und "New York Times" eine Beteiligung an TikTok. Es würde sich einer bestehenden Gruppe von nicht-chinesischen Aktionären anschließen, hieß es.
  • Andreessen Horowitz: Die kalifornische Risikokapitalfirma ist laut "Financial Times" ebenfalls im Rennen. Ihr Mitbegründer ist Marc Andreessen, der ein überzeugter Trump-Unterstützer ist.
  • Project Liberty: Die Organisation wolle "eine neue Internet-Infrastruktur" errichten und wird von Frank McCourt, dem ehemaligen Besitzer der Los Angeles Dodgers, einem Baseball-Team, geleitet. 

Video: USA stellt TikTok Ultimatum

Zusammenfassung
  • In nur drei Tagen - am 5. April - muss TikTok sich von seinem chinesischem Mutterkonzern ByteDance abspalten, sonst droht das Verbot in den USA.
  • Genügend Kaufinteressenten gäbe es auf jeden Fall. Berichten zufolge haben etwa Amazon und OnlyFans Kaufangebote gemacht.
  • Auch MrBeast, Oracle und Perplexity AI haben u.a. ihr Interesse bekundet.