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Mindestens neun Tote bei israelischen Angriffen in Syrien

03. Apr. 2025 · Lesedauer 4 min

Israel hat am Mittwoch mehrere Ziele in Syrien angegriffen. Laut Behördenangaben wurden dabei neun Menschen getötet und mehrere verletzt. Man habe in der syrischen Hauptstadt Damaskus sowie in den Städten Hama und Homs Militärstützpunkte und -infrastruktur attackiert, teilte das israelische Militär mit. Die Luftschläge hätten den Militärflughafen von Hama fast komplett zerstört, erklärte das syrische Außenministerium.

Die israelische Armee gab an, sie habe bei einem Einsatz in Südsyrien auf Beschuss durch Bewaffnete reagiert. Dabei seien mehrere Kämpfer durch Boden- und Luftangriffe "eliminiert" worden. "Die Präsenz von Waffen im Süden Syriens ist eine Bedrohung für den Staat Israel", erklärte ein Militärsprecher.

Israels Streitkräfte würden in Pufferzonen innerhalb Syriens bleiben und gegen Bedrohungen gegen Israel vorgehen, sagte Verteidigungsminister Israel Katz. Die Luftangriffe am Vorabend seien "eine klare Botschaft und eine Warnung für die Zukunft - wir werden nicht zulassen, dass die Sicherheit des Staates Israel beschädigt wird", betonte Katz.

Eigenen Aussagen zufolge töteten die israelischen Streitkräfte in der Nacht bei einem Angriff in der Region Tasil in Südsyrien mehrere bewaffnete Kämpfer. Während des Einsatzes seien die Soldaten unter Beschuss geraten und hätten mit Boden- und Luftschlägen darauf reagiert.

Luftwaffenstützpunkt Hama komplett zerstört

Nach Angaben der Provinzregierung ist es das erste Mal, dass die israelischen Streitkräfte so tief in syrisches Territorium vorgedrungen sind. "Israel hat den Luftwaffenstützpunkt Hama komplett zerstört, um sicherzustellen, dass er nicht mehr genutzt werden kann", sagte ein hochrangiges Mitglied des syrischen Militärs der Nachrichtenagentur Reuters. Start- und Landebahnen, Tower, Waffendepots und Hangars seien unbenutzbar. Der Luftwaffenstützpunkt Hama war einer der wichtigsten Militärflughäfen des Landes. Er diente während des 13 Jahre andauernden Konflikts zwischen dem gestürzten Präsidenten Bashar al-Assad und den Rebellen als Drehkreuz für Bombenangriffe auf Oppositionsgebiete im Norden.

Syrien: "Eklatante Völkerrechtsverletzung"

Das syrische Außenministerium verurteilte die jüngsten israelischen Angriffe im Land als "eklatante Verletzung des Völkerrechts und der syrischen Souveränität". "Diese ungerechtfertigte Eskalation ist ein gezielter Versuch zur Destabilisierung Syriens und erhöht das Leid seiner Bevölkerung", hieß es weiter. Bei den Angriffen sei nicht nur der Militärflughafen in Hama zerstört worden, auch Dutzende Zivilisten und Soldaten seien verletzt worden.

Zuvor hatte die israelische Luftwaffe nach eigenen Angaben am Mittwoch "militärische Fähigkeiten" angegriffen, "die in den syrischen Stützpunkten Hama und T4 verblieben sind, sowie weitere verbleibende militärische Infrastrukturen in der Umgebung von Damaskus". Der Militärstützpunkt T4 liegt in der zentralen syrischen Provinz Homs. Hama liegt im Norden von Homs im Westen Syriens.

Angriff auf militärisches Forschungszentrum

Der staatlichen Nachrichtenagentur Sana zufolge richteten sich die israelischen Angriffe auch gegen ein militärisches Forschungszentrum in Barseh im Norden von Damaskus. Das militärische Forschungszentrum in Damaskus ist eine Einrichtung des syrischen Verteidigungsministeriums. Es war in der Vergangenheit bereits häufiger Ziel von Luftangriffen geworden, darunter 2018 auch durch die USA. Die westlichen Staaten gehen davon aus, dass das Forschungszentrum mit der Entwicklung von Chemiewaffen in Verbindung steht.

Israel hat während der Herrschaft Assads jahrelang Luftangriffe auf Syrien geflogen. Den israelischen Angaben nach waren Knotenpunkte für Waffentransporte Ziele der Luftangriffe. Die Einrichtungen standen demnach unter Kontrolle des Iran und dienten der Versorgung der Hisbollah-Miliz im Libanon. Allerdings hat unter der neuen syrischen Regierung der Iran kaum noch Einfluss in dem Land.

Israel will Waffenbestände zerstören

Um die Waffenbestände zu zerstören und Nachschubwege, die von der islamistischen Hamas und der libanesischen Hisbollah-Miliz genutzt werden, zu bekämpfen, fliegt Israel nach wie vor Luftangriffe in Syrien. Es will dadurch verhindern, dass strategische Waffen in feindliche Hände fallen. Zudem verlegte Israel Soldaten in eine von UNO-Truppen überwachte Pufferzone in den Golanhöhen.

Bereits Ende März hatte Israel binnen weniger Tage Angriffe gegen die syrischen Militärstützpunkte Tadmur in Palmyra und T4 geflogen. Dort sind nach Angaben der israelischen Armee militärische Einrichtungen verblieben.

Zusammenfassung
  • Israel hat bei Angriffen auf Syrien mindestens neun Menschen getötet und den Luftwaffenstützpunkt Hama fast komplett zerstört. Die Angriffe richteten sich gegen militärische Ziele in Damaskus, Hama und Homs.
  • Das syrische Außenministerium verurteilt die Angriffe als eklatante Völkerrechtsverletzung und spricht von einer gezielten Eskalation, die das Leid der syrischen Bevölkerung erhöht.
  • Israel rechtfertigt die Angriffe als Reaktion auf Bedrohungen durch Waffenpräsenz in Südsyrien und betont, dass die Sicherheit des Staates Israel nicht gefährdet werden darf.