APA/dpa/Bernd Weißbrod

Zeitumstellung auf Winterzeit: Die Uhren gehen wieder anders

28. Okt. 2023 · Lesedauer 3 min

Von Samstag auf Sonntag gewinnen wir wieder einmal eine Stunde Schlaf, denn die Winterzeit kommt und die Uhren werden zurückgedreht, die Nacht dauert einer Stunde länger. Aber warum passiert die Zeitumstellung eigentlich mitten in der Nacht? Und was wurde aus der EU-Ankündigung, dass sie abgeschafft wird? PULS 24 hat sich schlau gemacht.

Alle Jahre wieder ... kommt die Zeitumstellung. Gegner sudern, dass sie schlecht für die Konzentrationsfähigkeit ist, Jet-Lag und mehr Unfälle verursacht und sogar Kühe weniger Milch geben sollen, wenn man ihnen die Uhr neu richtet.

Befürworter berufen sich auf die ursprünglichen Gründe, wegen derer die Umstellung Ende der 70er in Österreich (Frankreich etwa war schon sechs Jahre früher dran) eingeführt wurde: Die Umstellung soll Strom sparen, weil das Tageslicht effektiver ausgenützt werden kann. 

Zeitumstellung Ja oder Nein - Was ist besser? 

Was ist dran an den Argumenten? Kurz gesagt: Nichts. Oder zumindest nichts Belegbares. Die große Stromersparnis schlägt sich ebensowenig zu Buche wie Negativ-Effekte belegbar sind. Zwar dürften einige sensibler reagieren und tatsächlich die Umstellung spüren. Doch weniger Zartbesaiteten ist sie herzlich egal. Man kann also keinesfalls von negativen Auswirkungen für alle sprechen. Nicht einmal für alle Kühe. 

In welche Richtung wird die Uhr gedreht?

Sicher ist: Jedes letzte Oktoberwochenende beginnt in Österreich die Winterzeit. Und das inzwischen zum 44. Mal. Dass Österreich zwischenzeitlich schon in den 1910er und 1940er Jahren von Winter- auf Sommerzeit (und wieder zurück) stellte, wollen wir hier nur nebenbei erwähnen. Die Uhr wird um 3 Uhr morgens auf 2 Uhr zurückgestellt

Wer sich das nicht merken kann, kann es mit dieser Eselsbrücke versuchen: Die Zeitumstellung funktioniert wie das Thermometer - im Frühjahr Plus und im Winter Minus.

Wieso wird die Uhr mitten in der Nacht umgestellt? 

Weil angenommen wird, dass es da die Wenigsten stört. Die meisten Menschen schlafen, die Verwirrung ist also minimal. 

Was passiert bei Flügen und Zügen?

Bei Flügen muss man sich um nichts kümmern. Die richten sich in der Regel nach der UTC, also der koordinierten Weltzeit. Die wiederum richtet sich nach der Atomuhr und die kennt weder Sommer- noch Winterzeit. 

Beim Zugverkehr kommen Nachtreisezüge, die im ÖBB-Streckennetz unterwegs sind, um bis zu eine Stunde nach Sommerzeit später an. Im Regionalverkehr verkehren Züge, die zwischen 2 und 3 Uhr früh abfahren nach Sommerzeit zwischen 3 und 4 Uhr. 

Wann wird die Zeitumstellung abgeschafft? 

Bei einer EU-weiten Onlinebefragung 2018 outeten sich 80 Prozent der abstimmenden Leute als Zeitumstellungs-Hasser. Fast 3,7 Millionen Leute - größtenteils aus Deutschland - fanden, dass man mit der Umstellerei jedes halbe Jahr endlich Schluss machen sollte. Es war die höchste jemals erreichte Abstimmungsbeteiligung. Das Ergebnis wurde 2019 vom EU-Parlament abgesegnet. Seither ist nichts passiert.

Der EU kann aber keinen Vorwurf machen, es sind die Staaten, die nicht weitertun. Zu deren Verteidigung muss man allerdings sagen: Dazwischen war eine Pandemie, dann kamen der Krieg in der Ukraine, die Teuerungswelle und nun auch noch der Krieg in Israel. Man könnte also argumentieren, dass es Wichtigeres gab, als über eine Umstellung zu reden, die das Handy auch ohne unser Zutun hinbekommt. Das dachten sich wohl auch jene 99 Prozent der EU-Bürger, die sich an der (Rekord-)Onlineabstimmung 2018 nicht beteiligten. 

Die Folge: Unzählige Journalisten schreiben jedes halbe Jahr über die Zeitumstellung. Und einige tapfere Leute halten beim Lesen bis zum bitteren Ende durch. 

Zusammenfassung
  • Von Samstag auf Sonntag gewinnen wir wieder einmal eine Stunde Schlaf, denn die Winterzeit kommt und die Uhren werden zurückgedreht, die Nacht dauert einer Stunde länger.
  • Aber warum passiert die Zeitumstellung eigentlich mitten in der Nacht?
  • Und was wurde aus der EU-Ankündigung, dass sie abgeschafft wird?
  • PULS 24 hat sich schlau gemacht.