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Steirischer Gesundheitslandesrat mit Zwischenbilanz

02. Apr. 2025 · Lesedauer 3 min

Der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) hat am Mittwoch eine Zwischenbilanz seiner bisherigen Arbeit gezogen und auf Erfolge im steirischen Gesundheitssystem verwiesen: Wartezeiten etwa bei Operationen des Grauen Stars seien kürzer geworden, die Zahl der wegen Pflegepersonalmangels gesperrten Spitalsbetten wurde gesenkt und erstmals seit 2018 seien alle Turnusarztstellen der Steiermärkischen Krankenanstaltengesellschaft (KAGes) besetzt.

Kornhäusl, der im Oktober 2023 die Aufgaben als Gesundheitslandesrat von Juliane Bogner-Strauß übernommen hatte, hatte gleich am Anfang seiner Amtszeit von "Baustellen" im Gesundheitssystem gesprochen. Nun lud er rund eineinhalb Jahre später zu einer symbolischen "Baustellenführung" und sprach von "sichtbaren Erfolgen": Vor allem die OP-Wartelisten für Patientinnen und Patienten mit Grauem Star waren lang. Gemeinsam mit niedergelassenen Augenärzten sei es nun gelungen, diese Wartelisten abzubauen. Bereits 250 Operationen seien von niedergelassenen Augenärzten und nicht im Spital durchgeführt worden. Etwa noch einmal so viele Patienten sind für weitere dieser Operationen vorgemerkt. Es handle sich um ein "Vorzeigeprojekt" in Österreich, so Kornhäusl bei dem Pressegespräch.

Im Bereich der Pflege, wo es immer wieder Personalmangel gegeben hatte, könne die KAGes derzeit in den Regionen "fast alle Stellen" besetzen und auch am LKH-Universitätsklinikum Graz sei die Zahl der wegen Personalmangels gesperrten Betten von über 300 im Vorjahr auf nun knapp 250 gesunken. Mit ein Grund dürfte ein neues Gehaltsschema sein, das im Herbst 2023 eingeführt wurde und mit dem die KAGes nun im österreichischen Spitzenfeld in puncto Bezahlung liege, sagte der Landesrat.

Die höheren Gehälter schlagen sich allerdings auch auf das Budget der Spitalsgesellschaft nieder. Für das Jahr 2025 hätte man zwar ein "solides Budget" aufgestellt, so Kornhäusl, er räumte aber auch ein, dass Rücklagen dafür angezapft wurden: "Gewisse Rücklagenauflösungen waren nötig, aber die wurden ja dafür auch angespart", sagte er auf Journalistenfragen. Die budgetäre Situation sei wie in vielen anderen Bereichen des Landes angespannt, weil die Wirtschaft nicht wie erwartet angesprungen sei, "aber jeder der eine Leistung braucht, wird sie bekommen", versicherte er.

Anders sehen das die Grünen, die in einer schriftlichen Anfrage an Kornhäusl die "finanzielle Not" der KAGes hinterfragen. Sie kritisieren auch das Pilotprojekt "MedMobil 1450" in den Regionen Leibnitz-Wildon, Bruck-Kindberg und Weiz-Gleisdorf, das nach nur sechs Monaten eingestampft wird. Das Ausmaß, in dem es angenommen wurde, rechtfertige keine Weiterführung, hieß es seitens des Landes. Die Grünen orten darin nun nicht mehr als einen ÖVP-Wahlkampftrick - "ohne Plan, ohne Substanz und ohne Zukunft".

Zusammenfassung
  • Der steirische Gesundheitslandesrat Karlheinz Kornhäusl verkündete, dass die Wartezeiten für Grauer-Star-Operationen durch 250 Eingriffe von niedergelassenen Augenärzten verkürzt wurden.
  • Am LKH-Universitätsklinikum Graz konnte die Zahl der gesperrten Betten aufgrund eines neuen Gehaltsschemas von über 300 auf knapp 250 reduziert werden.
  • Die Grünen kritisieren die finanzielle Lage der KAGes und die Einstellung des Projekts 'MedMobil 1450', das nach sechs Monaten mangels ausreichender Annahme beendet wurde.