Eisenstadt geht gegen Lichtverschmutzung vor
"Lichtverschmutzung ist ein Thema, das in der Wissenschaft und in Expertenkreisen schon lange und intensiv diskutiert wird, aber in der Bevölkerung noch nicht so angekommen ist, wie es sein sollte", meinte Steiner. Dabei habe Lichtverschmutzung negative Auswirkungen auf Menschen, Tiere und die Pflanzenwelt. In der burgenländischen Landeshauptstadt wurde daher 2018/19 Straßenbeleuchtung auf LED umgestellt, um Streulicht zu reduzieren. Zentral sei dabei auch die Verwendung von warmweißem Licht, so der Bürgermeister.
Mittels Verordnung, die am Montag im Gemeinderat beschlossen werden soll, wird nun die Beleuchtung von Werbung, Fassaden und Objekten von 22.00 bis 6.00 Uhr untersagt. Ausnahmen gelten für Unternehmen während der Öffnungszeit etwa in der Gastronomie, für Spitäler, Einsatzorganisationen oder bei Sportveranstaltungen. Auch müsse die Anstrahlung so ausgerichtet sein, dass mindestens 90 Prozent des Lichts auf das Objekt strahlen. Beleuchtete Filmsequenzen sind nicht zulässig und Texte dürfen nicht blinken oder flimmern. Bei Verstößen drohen Geldstrafen bis zu 1.100 Euro. Wobei Steiner betonte: "Es geht vor allem um Bewusstseinsbildung."
Lichtverschmutzung sei alles, was nicht der Sicherheit und Orientierung dient, erklärte Wallner. Ausgelöst wird sie durch zu viel Licht, Streulicht und schädliche Lichtfarben. Im Außenbereich sollte nur warmweißes Licht verwendet werden, denn die Tierwelt leide "immens" unter Lichtverschmutzung. Nur 20 Prozent der Säugetiere seien tagaktiv. Verschwindet die natürliche Dunkelheit in der Nacht, führe dies zu Änderungen in der Verhaltensweise. Der Mensch habe schon immer einen Tag-Nacht-Rhythmus, Melatonin könne nur in der Dunkelheit ausgeschüttet werden. In Eisenstadt wurde außerdem ein Lichtmessnetz installiert, das Daten von fünf Stationen liefert. Eine erste Analyse werde im Sommer vorliegen, kündigte der Astrophysiker an.
Zusammenfassung
- Eisenstadt hat eine Verordnung beschlossen, die die Beleuchtung von Werbung, Fassaden und Objekten zwischen 22.00 und 6.00 Uhr verbietet, um Lichtverschmutzung zu reduzieren. Ausnahmen gelten für Gastronomiebetriebe, Spitäler und Einsatzorganisationen.
- Bei Verstößen gegen die Verordnung drohen Geldstrafen bis zu 1.100 Euro. Ein Lichtmessnetz in Eisenstadt wird Daten von fünf Stationen liefern, mit einer ersten Analyse im Sommer.