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Asfinag finalisiert Vorprojekt für Bodenseeschnellstraße S18

Heute, 13:27 · Lesedauer 3 min

In das umstrittene Vorarlberger Straßenbauprojekt Bodensee-Schnellstraße (S18) kommt offenbar Bewegung: Die Asfinag wird das Vorprojekt für den Lückenschluss zwischen der österreichischen und der schweizerischen Autobahn im Rheintal "voraussichtlich in den nächsten Wochen" dem Verkehrsministerium vorlegen. Das hieß es seitens der Straßenbaugesellschaft auf APA-Anfrage. Die schwarz-blaue Vorarlberger Landesregierung will das Projekt mit Hochdruck vorantreiben.

Zum konkreten Projektstand blieb die Asfinag, an die das Verkehrsministerium die Anfrage weiterreichte, allerdings vage. Die S18 befinde sich derzeit in der Vorprojekt-Phase, habe also noch den gesamten Genehmigungsprozess vor sich. Daher könne man zum aktuellen Zeitpunkt "keine belastbare Aussage zu einem Baubeginn" tätigen, aus bisherigen Erfahrungen bei Großprojekten dieser Art sei aber jedenfalls mit zehn bis 15 Jahren zu rechnen. Nächster Schritt sei seitens der Asfinag die Einreichung des Vorprojekts beim Verkehrsministerium, hieß es.

Keine Auskunft gab es vorerst zu einer Grobkostenschätzung: Diese werde dem Ministerium erst im Rahmen des Vorprojekts vorgelegt "und erst nach entsprechender Prüfung freigegeben". An der Vorentscheidung zum Trassenverlauf CP - also von Dornbirn-West über eine Ostumfahrung von Lustenau im Ried bis zum Anschlusspunkt am Knoten St. Margrethen (Kanton St. Gallen) - hält man fest: Fast zwei Drittel der Strecke seien als Tunnel geplant, das Natura 2000-Gebiet werde nur am Rand berührt. Umfangreiche ökologische Untersuchungen hätten ergeben, dass die CP-Trasse wesentlich geringere Auswirkungen auf die Ökologie und die Schutzgebiete im Ried hätten als andere Varianten und daher ein geringeres Genehmigungsrisiko bestehe.

Mit dem Amt der Vorarlberger Landesregierung steht die Asfinag in Sachen S18 "seit vielen Jahren in regelmäßigem Austausch", im Rahmen des Vorprojekts werde man "den Weg einer transparenten und konsensorientierten Planung selbstverständlich fortführen" werde, so plane man eine Fortführung des Regionalforums.

Bei der projektierten S18 handelt es sich um eine etwa 8,5 Kilometer lange hochrangige Verbindung zwischen den beiden Autobahnsystemen der Schweiz und Österreichs. Entlastungswirkung hätte die S18 vor allem für Lustenau, aber auch für die Bodensee-Gemeinden. Die Realisierung der Straße, deren Errichtung in den vergangenen Jahren auf rund zwei Milliarden Euro geschätzt wurde, ist aufgrund des Genehmigungsrisikos und der hohen Kosten ungewiss - sie soll am Rand eines Naturschutzgebietes führen. Ob und wie sie gebaut werden soll, erhitzt in Vorarlbergs Politik und den betroffenen Gemeinden, Befürwortern in der Wirtschaft und Gegnern aus dem Natur- und Klimaschutz seit Jahrzehnten die Gemüter. Ex-Ministerin Leonore Gewessler (Grüne) hatte erfolglos versucht, Vorarlberg vom Bau einer hochrangigen Straßenverbindung abzubringen.

Zusammenfassung
  • Die Asfinag plant, das Vorprojekt für die umstrittene Bodensee-Schnellstraße S18 in den kommenden Wochen dem Verkehrsministerium vorzulegen.
  • Das Projekt, das eine 8,5 Kilometer lange Verbindung zwischen den Autobahnsystemen der Schweiz und Österreich schaffen soll, könnte bis zu zwei Milliarden Euro kosten.
  • Der Baubeginn der S18 wird auf zehn bis 15 Jahre geschätzt, wobei die Strecke vor allem Lustenau und die Bodensee-Gemeinden entlasten soll.