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Pläne für Uni-Standort am Otto Wagner Areal präsentiert

27. März 2025 · Lesedauer 3 min

Im Wiener Rathaus sind am Donnerstag die Pläne für die Übersiedlung der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) auf das Otto-Wagner-Areal präsentiert worden. Sie zieht in Gebäude, die einst für die dort befindliche Heil- und Pflegeanstalt errichtet worden waren. Insgesamt übernimmt die MUK 15 von 35 Pavillons, wie Bürgermeister Michael Ludwig (SPÖ) im Gespräch mit Medienvertretern erläuterte. Die Übersiedlung soll 2030 oder 2031 erfolgen.

Wie der Bürgermeister ausführte, wird am Gelände ein Universitätscampus entstehen, der weiter öffentlich zugänglich sein wird. Auch der Weg zum Erholungsgebiet Steinhof soll bestehen bleiben. Es handle sich um eines der attraktivsten Jugendstilensembles, das sich sehr gut als Uni-Standort eigne, zeigte sich Ludwig überzeugt. Unterrichtet wird künftig in denkmalgeschützten Objekten inmitten weitläufiger Grünflächen. Geplant ist auch ein Ausbau der Nahversorgung, die Ansiedlung von Gastronomie sowie der Bau von Wohneinheiten für Studierende.

Die Finanzierung ist zum Teil schon auf Schiene gebracht worden: Bereits vor einem Jahr dotierte der Gemeinderat 120 Mio. Euro für die Entwicklung des Bereiches. Das Geld fließt vor allem in die Infrastruktur. Kanalarbeiten wurden dort auch schon begonnen. Das Gesamtbudget der Campus-Entwicklung ist noch offen, wurde betont. Die Pavillons sollen jedenfalls umfassend saniert werden.

MUK-Rektor Andreas Mailath-Pokorny und sein Vize Dieter Boyer berichteten, dass die aktuell drei Standorte der Bildungseinrichtung - in der Johannesgasse, der Bräunerstraße und der Singerstraße - inzwischen zu klein und auch sanierungsbedürftig seien. "Wir sind zum Krachen voll", skizzierte Boyer die Situation. Am neuen Campus werde mehr Platz etwa für Proberäumlichkeiten vorhanden sein. Auch ein eigener Übungspavillon ist angedacht. Die alten Standorte, in denen die MUK Mieter ist, werden aufgegeben.

Derzeit 900 Studierende

Die Bildungseinrichtung firmierte früher als Konservatorium der Stadt und wurde 2005 zur Privatuniversität. Diese wird sich auch am neuen Sitz vor allem der Musikausbildung widmen, doch auch Institute für darstellende Kunst oder auch Tanz werden dort zu finden sein. Aktuell studieren laut Mailath-Pokorny rund 900 Personen an der Universität. Der Andrang, so hob er hervor, sei hoch. Es gebe pro Jahr 1.200 Bewerbungen, letztendlich könnten davon aber nur rund 200 Interessenten tatsächlich aufgenommen werden.

Das riesige Grundstück, auf dem sich auch die Otto-Wagner-Kirche befindet, gehört der Stadt. Entwickelt bzw. verwaltet wird es von der Otto Wagner Areal Revitalisierung GmbH, einem Unternehmen der Wien Holding-Tochter WSE (Wiener Standortentwicklung GmbH). WSE-Geschäftsführer Josef Herwei bekräftigte, dass der Campus zum Kulturareal werden soll - und dies schon jetzt angesichts diverser Zwischennutzungen bereits ist.

Es sei keineswegs gedacht, das Gelände nur exklusiv für die MUK zu nutzen betonte er. Auch das Theater am Areal werde weiterhin für die gesamte Szene offen sein, versprach er. Angekündigt wurde auch ein neues Beleuchtungssystem und die Errichtung von Photovoltaikanlagen.

(Web: https://www.owa-wien.at/ )

Zusammenfassung
  • Die Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien (MUK) zieht bis 2031 auf das Otto-Wagner-Areal um und übernimmt dort 15 von 35 Pavillons. Die Entwicklung des Campus wird mit 120 Millionen Euro gefördert, wobei die Infrastruktur im Fokus steht.
  • Das Otto-Wagner-Areal bleibt öffentlich zugänglich und wird von der Otto Wagner Areal Revitalisierung GmbH entwickelt. Geplant sind auch Nahversorgung, Gastronomie und Wohneinheiten für Studierende.