APA/APA/AFP/-

Bereits 700.000 Kinder im Sudan von Hungersnot betroffen

Die humanitäre Lage im afrikanischen Bürgerkriegsland Sudan wird immer dramatischer. Wie das UN-Kinderhilfswerk UNICEF am Mittwoch mitteilte, herrscht inzwischen in mindestens fünf Regionen des Landes eine Hungersnot. Christian Schneider, Geschäftsführer von UNICEF Deutschland, sprach laut einem Kathpress-Bericht vom Donnerstag von einem "furchtbaren Ausrufezeichen". Bereits mehr als 700.000 hungernde Kinder leiden demnach Tag für Tag unter den katastrophalen Zuständen.

Was das für jedes einzelne dieser Kinder bedeute, habe er vor kurzem selbst im Sudan gesehen, so Schneider: "Völlig entkräftete, apathische Kleinkinder, ausgezehrte Gesichter und verzweifelte Eltern, die um das Leben ihrer Kinder bangen." Schuld sei der nicht enden wollende Krieg. "Dieser Horror ist menschengemacht", betonte der UN-Experte.

Die Lage im Sudan hat sich durch den seit April 2023 andauernden Krieg zusehends verschlechtert. Zehntausende Menschen starben, Millionen wurden vertrieben. Ein Ende des blutigen Machtkampfes zwischen Armee und der Miliz der Rapid Support Forces ist weiter nicht in Sicht.

An den Sudan hatte auch Papst Franziskus in seiner traditionellen Weihnachtsansprache "Urbi et orbi" am Mittwoch erinnert und zu Frieden aufgerufen. Der Krieg trage die Hauptschuld an der humanitären Krise, so das Kirchenoberhaupt.

Zusammenfassung
  • Im Sudan sind mittlerweile über 700.000 Kinder von einer Hungersnot betroffen, was die dramatische humanitäre Lage im Land verdeutlicht.
  • Der seit April 2023 anhaltende Krieg zwischen der sudanesischen Armee und den Rapid Support Forces hat zu zehntausenden Toten und Millionen Vertriebenen geführt.
  • Christian Schneider von UNICEF Deutschland bezeichnete die Situation als menschengemachten Horror, während Papst Franziskus in seiner Weihnachtsansprache zum Frieden aufrief.