Weitere Opfer
Student vergewaltigte mindestens 10 Frauen auf 2 Kontinenten
Der chinesische Staatsbürger Zhenhao Zou zog 2019 nach London, um dort zu studieren. Von 2019 bis 2024 hat er laut Gerichtsurteil zehn Frauen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt. Vier der Vergewaltigungen fanden in London statt, sieben weitere - zwei davon an derselben Frau - beging der 28-Jährige in China während der Pandemie.
Er filmte die Übergriffe als "Souvenirs" und bewahrte sie einer Trophäenkiste mit Wertsachen der Opfer, darunter Schmuck und Kleidung, auf, berichtete die BBC. In seinem Schlafzimmer entdeckte die Polizei versteckte Kameras, Ecstasy und Chemikalien, die im Körper in die "Vergewaltigungsdroge"-Droge GHB umgewandelt werden.
Andere Videos würden zeigen, dass es bis zu 50 weitere Opfer geben könnte. 23 haben sich mittlerweile bei der Polizei gemeldet.
K.-o.-Tropfen im Getränk
Eine der Frauen, die sich an die Polizei gewandt hat, gab an, Zou habe sie 2021 in London missbraucht, nachdem er ihr Drogen ins Getränk gemischt hätte. Die Frau, die selbst Chinesin ist, habe nicht gewusst, "dass man so etwas melden kann", sagte sie der BBC.
Getroffen hätten sie und der 28-Jährige sich in einem Londoner Club, später habe er sie in seine Studentenunterkunft eingeladen. Sie habe gemeinsam mit einer Freundin eine bereits geöffnete Alkoholflasche geteilt, Zou habe aus einer ungeöffneten Flasche getrunken.
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Die Frau sei "schwindlig und schläfrig" geworden. Zou habe sie überzeugt, in seinem Schlafzimmer ein Nickerchen zu machen. Als sie aufwachte, habe er die Hose gerade ausgezogen. Zudem habe sie eine Handy-Taschenlampe über ihrem Kopf bemerkt und, dass er sie filmte. "Ich habe ihn sofort gestoppt", sagte sie. Erst als sie drohte, um Hilfe zu schreien, habe der 28-Jährige von ihr abgelassen, so die BBC.
Sie solle "keine große Sache" daraus machen, soll er ihr gesagt haben. Zu Gesicht bekam sie ihn erst fast vier Jahre später wieder, als sie ihn nach seiner Anklage in den Medien sah.
Vergewaltigung in China
Eine weitere Frau gab gegenüber der BBC ebenfalls an, dass Zou sie 2022 in China unter Drogen gesetzt und vergewaltigt habe. Die beiden hätten sich online kennengelernt und schließlich in seiner Villa getroffen, die Zou als eines der Anwesen seiner Familie beschrieben hätte.
Auch ihr sei nach der Einnahme eines Cocktails, den Zou für sie mixte, "schwindelig" geworden. Der Doktorand habe sie in ein Schlafzimmer gebracht und sie dort vergewaltigt, während sie weder sprechen noch sich bewegen konnte, sagte sie gegenüber der britischen Polizei aus.
"Es ist schwer für mich zu beweisen, dass ich bereit war, zu ihm mitzugehen, um etwas zu trinken, und dass das kein Zeichen dafür war, dass ich dem Sex zustimmte", sagte sie der BBC. Daher habe sie ursprünglich auch nicht die Polizei kontaktiert. Nun wolle sie aber, andere Opfer dazu ermutigen, sich zu melden, damit Zou sowohl in China als auch in Großbritannien strafrechtlich verfolgt werde.
Lange Haftstrafe droht
Bei der britischen Polizei ist man weiterhin mit dem Abarbeiten der 23 potenziellen neuen Fällen beschäftigt. Einige der Personen seien "definitiv nicht identisch" mit denen, die auf Zous geheimen Filmaufnahmen zu sehen sind.
"Es spricht dafür, dass die Gruppe der Opfer tatsächlich viel größer ist, als wir angenommen hatten", sagte Kevin Southworth von der Metropolitan Police.
Ein zweiter Prozess gegen den verurteilten Vergewaltiger sei aufgrund der vielen Frauen, die sich gemeldet hätten, nicht ausgeschlossen, fügte er hinzu.
Am 19. Juni wird das Strafmaß für Zou verkündet. Die Richterin warnte ihn, dass ihm eine "sehr lange" Haftstrafe drohe.
Zusammenfassung
- Ein 28-jähriger Doktorand wurde Anfang März in Großbritannien verurteilt, weil er zehn Frauen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt hat.
- Nun meldeten sich 23 weitere Frauen, auch sie seien von dem Mann missbraucht worden.
- Der chinesische Staatsbürger Zhenhao Zou zog 2019 nach London, um dort zu studieren.
- Er filmte die Übergriffe als "Souvenirs" und bewahrte sie einer Trophäenkiste mit Wertsachen der Opfer, darunter Schmuck und Kleidung, auf, berichtete die BBC.
- Andere Videos würden zeigen, dass es bis zu 50 weitere Opfer geben könnte.
- Eine Frau gab gegenüber der BBC ebenfalls an, dass Zou sie 2022 in China unter Drogen gesetzt und vergewaltigt habe.