873 Mio. Fahrgäste 2024 mit Wiens Öffis unterwegs
Laut der Geschäftsführerin der Wiener Linien, Alexandra Reinagl, hat das Plus bei den Kundinnen und Kunden auch positive Auswirkungen auf den sogenannten Modal Split. 34 Prozent der Wege in Wien wurden mit den Öffis zurückgelegt, das ist ein Zuwachs von 2 Prozentpunkten gegenüber 2023. Zugleich konnte der Anteil des Autoverkehrs auf 25 Prozent gesenkt werden, und zwar erstmals, wie die Wiener-Linien-Chefin hervorhob.
Inzwischen, so berichtete sie, gibt es in der Stadt auch mehr Stammkunden der Wiener Linien als Autobesitzer. Konkret verfügen 1,3 Mio. Menschen inzwischen über ein Dauerticket. Sie sind etwa mit einer Jahreskarte, Verbund- oder Jugendtickets oder mit einem Klimaticket ausgestattet. Es handelt sich dabei um einen neuen Höchststand. Dass man insgesamt bei den Fahrgastzahlen noch nicht ganz das Niveau vor Corona erreicht hat, liegt laut Reinagl nicht zuletzt an Entwicklungen, die durch die Pandemie ausgelöst wurden.
Viele hätten das Zu-Fuß-Gehen oder das Radfahren damals entdeckt, gab sie zu bedenken. Auch Homeoffice werde noch immer häufiger genutzt als früher. Allerdings, so fügte sie hinzu, registriert man mit der Eröffnung der lange Zeit gesperrten U2-Teilstrecke im vergangenen Dezember Monatszahlen, die erstmals wieder über den früheren Werten liegen.
Dass das Comeback der U2 auf der Strecke zwischen Schottentor und Karlsplatz im Vorjahr erneut verschoben wurde, sorgte für große Aufmerksamkeit - und auch Mehrkosten. Die Probleme mit den Fahrgasttüren auf dem Abschnitt werden derzeit mit der Versicherung und der ausführenden französischen Firma diskutiert, berichtete Reinagl. Für jene Erdbewegungen, die die bereits eingebauten Türen beschädigt hätten, könne man das Unternehmen aber nicht verantwortlich machen, befand sie.
Die Glas-Schiebekonstruktionen mussten damals zum Teil ausgetauscht werden. Das habe gedauert. "Bahnsteigtüren liegen leider nicht auf Lager", hielt Reinagl heute fest. In den Stationen, die nun über Fahrgasttüren verfügen, ist derzeit noch immer Personal präsent, um das Geschehen zu überwachen. Das soll sich aber ändern. Bis zum Sommer soll die Maßnahme weitgehend auslaufen.
U2-Verlängerung ab 2030 geplant
Auch das Jahrtausendhochwasser im vergangenen September sorgte für massive Beeinträchtigungen beim U-Bahn-Ausbau. Der Schacht am künftigen Knoten Pilgramgasse wurde überschwemmt. Der durch die Flut verursachte Schaden wurde heute mit 6 Mio. Euro beziffert. Die Eröffnung der neuen Strecke der U2 soll aber wie zuletzt bereits prognostiziert 2030 stattfinden.
Schon deutlich früher soll die neue U5 loslegen. Die Inbetriebnahme soll wie geplant 2026 erfolgen, führte Reinagl aus. Die U5 wird vorerst nur zwischen Karlsplatz und der gerade in Bau befindlichen Station Frankhplatz verkehren. Gebaut wird auch an anderen Stellen: Insgesamt sollen heuer 909 Mio. Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Netzes investiert werden.
Ein Schwerpunkt im Jahr 2024 war laut Reinagl auch die Personaloffensive. Neu ausgebildet wurden etwa neue Fahrerinnen und Fahrer - 337 für die Straßenbahn, 105 für die U-Bahn und 199 für die Busse. Auch in den kommenden Jahren sollen weiter zahlreiche neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aufgenommen werden. Das ist nötig, so wird betont, weil viele aus der "Babyboomer"-Generation demnächst in Pension gehen.
Zusammenfassung
- Die Wiener Linien verzeichneten einen Höchststand von 1,3 Millionen Dauerticket-Besitzern. Die U2-Verlängerung soll 2030 eröffnet werden, während die U5 bereits 2026 in Betrieb gehen soll.
- Das Jahrtausendhochwasser verursachte beim U-Bahn-Ausbau einen Schaden von 6 Millionen Euro. Insgesamt wurden 909 Millionen Euro in den Ausbau und die Modernisierung des Netzes investiert.