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Erneut Angriffe in Westrussland

Bei Drohnenangriffen auf verschiedene strategische Ziele in Westrussland sind nach Behördenangaben eine Frau getötet und drei weitere Menschen verletzt worden. In der Ortschaft Gornal sei eine Einwohnerin durch Splitterverletzungen nach einem Drohneneinschlag ums Leben gekommen, teilte der Gouverneur der Region Kursk, Roman Starowoit, am Dienstag auf seinem Telegram-Kanal mit.

Ziel der Attacke war laut Medienberichten der militärisch genutzte Flughafen der Region. Im benachbarten Gebiet Orjol wurde eine Ölanlage getroffen. Moskau macht Kiew für die Angriffe verantwortlich.

Das russische Verteidigungsministerium meldete lediglich den angeblichen Abschuss von vier ukrainischen Drohnen über dem Gebiet Kursk und von zwei Drohnen über dem Gebiet Orjol. Kiews Versuch eines "Terroranschlags" auf russische Objekte sei vereitelt worden, heißt es da.

In der Darstellung anderer russischer Behörden liest sich das anders. So schrieb der Gouverneur von Orjol, Andrej Klytschkow, dass zwei Drohnen in einem Treibstofflager eingeschlagen seien. Dabei sei ein Feuer ausgebrochen. Dies habe zwar inzwischen lokalisiert werden können, drei Menschen seien jedoch verletzt worden. Eine weitere Drohne habe ein nicht für Wohnzwecke genutztes Gebäude getroffen.

Das britische Verteidigungsministerium sieht indes weiterhin Schwachstellen bei der russischen Flugabwehr. Die Ukraine hatte vergangene Woche russische Ziele auf der annektierten Halbinsel Krim angegriffen und nach eigenen Angaben einen Kommandopunkt am Flughafen Saky zerstört. Moskau hatte dagegen angegeben, mehrere Marschflugkörper abgeschossen zu haben. Diese Angriffe haben höchstwahrscheinlich die russische Flugabwehr in der Region beeinträchtigt, wie die Briten am Dienstag mitteilten. Als Reaktion darauf habe Russland am Montag eine Reihe von Raketenangriffen auf die Ukraine verübt.

"Das zeigt einmal mehr, wie ineffektiv die russische Flugabwehr beim Schutz wichtiger Orte trotz besserer Vorbereitung ist", schrieb das Ministerium bei X (früher Twitter). Das Ausmaß der russischen Reaktion sei wahrscheinlich ein Hinweis darauf, wie erfolgreich die Aktionen der ukrainischen Streitkräfte gewesen seien.

Russland führt seit mehr als 22 Monaten einen Angriffskrieg gegen die benachbarte Ukraine. In den vergangenen Monaten klagten dabei immer wieder auch russische Regionen an der Grenze zur Ukraine über schweren Beschuss. Die Opfer und Schäden auf russischer Seite stehen allerdings in keinem Vergleich zum Ausmaß der von Moskau hervorgerufenen Opfer und Zerstörungen in der Ukraine.

ribbon Zusammenfassung
  • Bei Drohnenangriffen auf verschiedene strategische Ziele in Westrussland sind nach Behördenangaben eine Frau getötet und drei weitere Menschen verletzt worden.
  • Ziel der Attacke war laut Medienberichten der militärisch genutzte Flughafen der Region.
  • Das britische Verteidigungsministerium sieht indes weiterhin Schwachstellen bei der russischen Flugabwehr.
  • Moskau hatte dagegen angegeben, mehrere Marschflugkörper abgeschossen zu haben.