Tiroler Landestheater 2025/26: Klassiker treffen auf Neues
Insgesamt nimmt man sich 37 Produktionen vor, von denen 15 im "Großen Haus" über die Bühne gehen werden. Das dahinterstehende Motto "Das ist doch nur was für Alle" erläuterte Intendantin Irene Girkinger, die in ihre dritte Spielsaison geht: "Es geht um Teilhabe, Zugehörigkeit, Toleranz, Freiheit und Diversität." Die mit September startende Saison stehe somit auch für ein Theater "das sich öffnet", sich aber auch "gesellschaftspolitisch" engagiert und zur "Zeitgenossenschaft" bekennt, so Girkinger.
Im Zentrum dieser gesellschaftspolitischen Ausrichtung steht etwa "Heldenplatz", das bei seiner Uraufführung 1988 in Wien für einen veritablen Skandal gesorgt hatte. 2010 wurde das Stück erstmals am Landestheater aufgeführt, Klaus Rohrmoser führte damals Regie. Anfang kommenden Jahres inszeniert Jessica Glause. Neben dem Bernhard-Schauspiel stehen unter anderem auch "Ariadne auf Naxos" von Richard Strauss, das Musical "The Rocky Horror Show" von Richard O'Brien", "Schwanensee" von Pjotr I. Tschaikowski sowie die Wiederaufnahme von "Café Schindler" von Meriel Schindler am Programm.
Mit dieser "Mischung" aus alt und neu, aus experimentell und zugänglich, will man die Auslastung der Spielsaison 2023/2024, die bei 80 Prozent lag und sich auch in der laufenden Spielsaison auf diesem Niveau einpendeln dürfte, steigern. "Es ist immer Luft nach oben", betonte Girkinger auf Nachfrage, die zugleich aber darauf verwies, dass zeitgenössische Opern eben nie die Auslastung von Opernklassikern erreichen würden. "Wir sind damit sehr zufrieden", meinte auch der kaufmännische Direktor, Markus Lutz. Zudem habe man "einige Abonnenten" zurückgewinnen können. Alles laufe darauf hinaus, dass man mit diesen Zahlen insgesamt "eine solide wirtschaftliche Basis für die Spielzeit 2025/2026 hat."
Tiroler Landeshauptmann und Kulturreferent Anton Mattle (ÖVP) und Innsbrucks Bürgermeister Johannes Anzengruber (JA - Jetzt Innsbruck) schlossen sich dieser Ansicht unisono an. "Am Landestheater muss es auch eine Auseinandersetzung mit Experimentellem geben", konstatierte Mattle. Er sei angesichts dieser Ausrichtung "sehr stolz auf das Tiroler Landestheater", fügte der Landeshauptmann hinzu. Auch Anzengruber war voll des Lobes und äußerte darüber hinaus einen Wunsch in Richtung des bei der Pressekonferenz versammelten Landestheater-Teams: "Möge das Haus stets voll werden."
Girkinger verspricht "turbulente Zeiten" nur mehr auf der Bühne
Auf die Pressekonferenz am Freitag war angesichts der Turbulenzen und Streitigkeiten zwischen Lutz und Girkinger heuer mit besonderer Spannung gewartet worden. Der sich um Auslastungszahlen, Führungsstil und künstlerische Ausrichtung drehende Konflikt war im vergangenen Jahr eskaliert und fand erst vor kurzem - nach einem Mediationsprozess - sein Ende. Nach Druck von Land und Stadt wurde ein Arbeitsübereinkommen zwischen den beiden Protagonisten unterzeichnet.
Girkinger versprach am Freitag jedenfalls "Turbulenzen" - aber wohlgemerkt nur mehr auf der Bühne, nicht hinter den Kulissen."Es wird wieder lebendig, laut und bunt und Teamarbeit geben", sagte die künstlerische Leiterin. Man sei "auf einem guten Weg."
(S E R V I C E - https://www.landestheater.at)
Zusammenfassung
- Das Tiroler Landestheater plant für die Saison 2025/2026 insgesamt 37 Produktionen, darunter 15 im 'Großen Haus', und setzt dabei auf eine Mischung aus klassischen und modernen Stücken.
- Intendantin Irene Girkinger betont die gesellschaftspolitische Ausrichtung des Theaters, wobei das Stück 'Heldenplatz' von Thomas Bernhard eine zentrale Rolle spielt.
- Nach Spannungen zwischen Girkinger und dem kaufmännischen Direktor Markus Lutz wurde ein Arbeitsübereinkommen erreicht, um eine solide wirtschaftliche Basis für die kommende Spielzeit zu sichern.