Mindestens fünf Bankomatsprenger-Banden im Polizeivisier
Bei zumindest einer der derzeit aktiven Gruppen soll es sich zudem um eine professionell strukturierte Bande aus Holland handeln, wie Ermittler hinter vorgehaltener Hand betonen. Welche Tatorte jener Gruppe zugerechnet werden können, ist derzeit noch offen. Kriminalisten gehen jedenfalls davon aus, dass "allein in Wien mindestens drei Täterschaften agieren und österreichweit fünf bis sechs", wie es in mit der Serie vertrauten Ermittlerkreisen gegenüber der APA hieß. Die Kriminalisten schließen deshalb auch weitere Sprengungen nicht aus.
Ein Zusammenhang zwischen einzelnen Taten könne "aufgrund der laufenden intensiven Ermittlungen" nicht kommentiert werden, heißt es dazu von offizieller Seite aus dem Bundeskriminalamt (BK). Man befinde sich dazu in engem Austausch mit den Landeskriminalämtern.
Laut Bundeskriminalamt wurden seit Jahresbeginn österreichweit bereits Sprengungen an insgesamt zwölf Tatorten in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Salzburg und Oberösterreich gezählt. Den höchsten Wert der vergangenen sechs Jahre registrierten die Kriminalisten dabei 2018 - noch vor der Pandemie - mit 21 Taten.
Ermittler sprechen von "Phänomen in Wellen"
Wie die BK-Pressestelle zuletzt mitgeteilt hatte, handle es sich um ein den Kriminalisten "bekanntes, in Wellen auftretendes Phänomen". Derzeit sei ein steigender Trend spürbar. Wobei Experten in diesem Zusammenhang mit Verweis auf die Situation in anderen EU-Ländern relativieren. Schließlich ereigneten sich in "Deutschland oder Holland allein pro Tag zwei bis drei Sprengungen", wie ein leitender Beamter der APA sagte.
Die derzeitige Serie an Sprengungen hat unterdessen bereits zu Gegenmaßnahmen der Banken geführt. Bei der Post wurden einige Bankomate "bis auf weiteres" aus dem Betrieb genommen, wie ein Sprecher zuletzt einen ORF-Bericht der APA bestätigte. Bei der BAWAG bleiben Foyers unterdessen zwischen 22.00 und 5.00 Uhr geschlossen. Auch weitere Banken verstärkten die Sicherheitsmaßnahmen.
Zusammenfassung
- Hinter den Bankomatensprengungen in Österreich stecken mindestens fünf bis sechs unterschiedliche Tätergruppen, darunter eine professionell strukturierte Bande aus Holland.
- Seit Jahresbeginn wurden bereits zwölf Sprengungen in Wien, Niederösterreich, dem Burgenland, Salzburg und Oberösterreich gezählt, während 2018 insgesamt 21 Fälle registriert wurden.
- Als Reaktion auf die zunehmenden Sprengungen haben Banken ihre Sicherheitsmaßnahmen verstärkt, darunter die Schließung von Foyers in der Nacht und das vorübergehende Abschalten von Bankomaten.