APA/HELMUT FOHRINGER

Frage der Woche

Umfrage: Auch ÖVP-Wähler vertrauen SPÖ-Finanzminister

Heute, 04:56 · Lesedauer 3 min

Im Staatshaushalt klafft ein tiefes Loch. Die Budgetsanierung wird zur Mammutaufgabe der neuen Regierung mit SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer. Dass dieser der Aufgabe gewachsen ist, glauben laut der neuen "Aktuell" Frage der Woche SPÖ- und ÖVP-Wähler:innen gleichermaßen.

Von 500 wahlberechtigten Österreicher:innen wollte man diesmal vom 31. März bis zum 3. April wissen, ob sie Finanzminister Markus Marterbauer zutrauen, das Budget zu sanieren. 

Konkret lautete die Frage: "Trauen Sie Finanzminister Marterbauer zu, in den kommenden Jahren Schulden abzubauen und das österreichische Staatsbudget nachhaltig zu sanieren?"

SPÖ- und ÖVP-Wähler einig

Dass ihm das gelingen wird, glauben nicht alle in der Bevölkerung. Unter den SPÖ-Wähler:innen trauen ihm den Job 59 Prozent der Befragten zu. Bei der ÖVP, deren Spitzen von der Wahl von Marterbauer als Finanzminister nur bedingt begeistert schienen, sind es ebenso viele.

Unter den Wähler:innen der Roten haben allerdings mehr Befragte angegeben, dem SPÖ-Minister die Aufgabe der Budgetsanierung "auf jeden Fall" zuzutrauen. 24 Prozent der Befragten entschieden sich für diese Antwort, 35 Prozent wählten "eher ja". Bei den ÖVP-Wähler:innen entschieden sich 16 Prozent der Befragten für "Ja, auf jeden Fall".

Bei den Wähler:innen der ÖVP ist zudem der Prozentsatz jener Menschen, die Marterbauer die Budgetsanierung nicht zutrauen, etwas höher. 29 Prozent entschieden sich für "eher nein", fünf Prozent für "nein, überhaupt nicht. Acht Prozent machten keine Angaben. Bei der SPÖ entschieden sich 22 Prozent für "eher nein", fünf Prozent für "nein, überhaupt nicht" und immerhin 15 Prozent machten keine Angaben.

FPÖ-Wähler mit geringstem Vertrauen in Marterbauer

Die größte Skepsis an Marterbauer herrscht allerdings bei den Wähler:innen der FPÖ. Lediglich 16 Prozent trauen dem SPÖ-Finanzminister die Budgetsanierung zu, satte 74 Prozent tun dies nicht. 10 Prozent machen keine Angabe. Bei den Grün-Wähler:innen glauben 30 Prozent der Befragten an eine Budgetsanierung unter Finanzminister Marterbauer, 51 Prozent haben darin kein Vertrauen. 20 Prozent machten keine Angaben.

Bei den NEOS zeichnet sich kein klares Bild ab, 41 Prozent trauen Marterbauer die Budgetsanierung zu, 36 Prozent tun dies nicht. Keine Angaben machten 23 Prozent.

Meinungsforscherin Siegel: "Einiges an Überzeugungsarbeit" nötig

Zwar muss Marterbauer das Budget nicht im Alleingang sanieren. Als neuem Finanzminister kommt ihm allerdings eine tragende Rolle dabei zu, den österreichischen Staatshaushalt in den kommenden Jahren wieder auf Vordermann zu bringen.

"Die Regierung wirkte diese Woche von den aktuellen Budgetzahlen fast ebenso überrascht wie die Wählerinnen und Wähler. Vor diesem Hintergrund herrscht eine gewisse Unsicherheit, ob Finanzminister Marterbauer das Steuer bei der Budgetkonsolidierung fest in der Hand hält", erklärt Meinungsforscherin Alexandra Siegel.

"Selbst SPÖ-WählerInnen trauen Marterbauer die Herkulesaufgabe gerade einmal zu 59% zu. Am wenigsten Vertrauen setzen FPÖ-WählerInnen mit 16% in den neuen Finanzminister. Marterbauer hat also noch einiges an Überzeugungsarbeit zu leisten."

Video: Budgetdefizit für Marterbauer "sehr unangenehme Überraschung"

Zusammenfassung
  • Im Staatshaushalt klafft ein tiefes Loch, das Budgetdefizit betrug im Jahr 2024 satte 4,7 Prozent.
  • Die Budgetsanierung wird zur Mammutaufgabe der neuen Regierung mit SPÖ-Finanzminister Markus Marterbauer.
  • Dass dieser der Aufgabe gewachsen ist, glauben laut der neuen "Aktuell" Frage der Woche SPÖ- und ÖVP-Wähler:innen gleichermaßen.