Rauchbomben, Straßensperren
Budapest: Tausende protestieren gegen Pride-Verbot
In Ungarn sind Pride-Paraden nach einer Änderung des Versammlungsgesetzes seit 18. März verboten. Mit überwältigender Mehrheit von 136 zu 27 Stimmen wurde der Beschluss im Parlament verabschiedet.
In Budapest ließ man sich davon am Dienstag allerdings nicht einschüchtern - Tausende Menschen gingen auf die Straße, um gegen das Verbot zu protestieren. Bilder zeigen, wie Menschen Rauchbomben zünden oder den Verkehr auf einer der meistbefahrenen Straßen stoppen. Auch drei Donaubrücken wurden später besetzt.
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https://twitter.com/kalmantibs/status/1904628033543430266
Dabei riefen die Teilnehmenden "Demokratie" und "Versammlung ist ein Grundrecht". Organisiert wurden die Proteste vom unabhängigen Abgeordneten Ákos Hadházy. Er rief dazu auf, so lange zu demonstrieren, bis die Regierung das Verbot zurückziehe.
https://twitter.com/viktoriaserdult/status/1904577307873857679
Bürgermeister will Pride erlauben
Ein Sprecher des Budapester Bürgermeisters, Gergely Karácsony, sagte gegenüber CNN, dass er mit den Veranstaltern zusammenarbeiten werde, um "eine Lösung zu finden, damit die Veranstaltung in diesem Jahr wieder stattfinden kann". Er bezeichnete das neue Gesetz als "Angriff auf das Versammlungsrecht". Karácsony ist Teil der ungarischen Opposition.
Regierungschef Viktor Orbán hatte das Pride-Verbot bereits im Februar angekündigt, was zu großer Kritik führte. Formell wurde ein Passus ins Versammlungsgesetz aufgenommen, der vorsieht, dass Versammlungen das Kinderschutz-Gesetz nicht verletzen dürfen.
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Für die Orbán-Regierung ist Homosexualität in jeglicher Form unter dem Aspekt des Kinderschutzes "Besorgnis erregend". Bereits seit 2021 verbietet in Ungarn eine als Kinderschutzgesetz bezeichnete Regelung, Kindern und Jugendlichen den Zugang zu Informationen über nicht heterosexuelle Lebensformen.
Zusammenfassung
- In Budapest demonstrierten am Dienstagabend Tausende Menschen gegen ein geplantes Pride-Verbot.
- Mehrere Straßen und Brücken wurden blockiert.
- Die Demonstrierenden zündeten Rauchbomben und riefen "Versammlung ist ein Grundrecht".