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İmamoğlu-Proteste

55 Festnahmen wegen Erdoğan-"Beleidigung", Demoverbot verlängert

25. März 2025 · Lesedauer 2 min

In Istanbul ist es nach Protesten gegen die Inhaftierung des Oppositionspolitikers Ekrem İmamoğlu zu 55 Festnahmen wegen Präsidentenbeleidigung gekommen. Die Behörden in Ankara verlängerten das geltende Versammlungsverbot in der Hauptstadt bis einschließlich Dienstag, den 1. April.

Justizminister Ali Yerlikaya bestätigte am Abend auf X Festnahmen in Zusammenhang mit Beleidigungen des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdoğan, dessen verstorbener Mutter und dessen Familie nach einer Demonstration in Istanbul. "Dies ist ein verabscheuungswürdiger Angriff, der nicht mit unseren nationalen und moralischen Werten übereinstimmt. Diese Art von Niveaulosigkeit wird niemals toleriert werden."

İmamoğlu äußerte sich auf X zu den Zwischenfällen: "Ich verurteile die Beleidigungen gegen die Mutter des Präsidenten von ganzem Herzen", hieß es in einem Beitrag auf der Online-Plattform.

Proteste dauern unvermindert an

Den sechsten Abend in Folge protestierten Zehntausende Menschen im ganzen Land gegen die Inhaftierung und Absetzung des Istanbuler Bürgermeisters İmamoğlu und forderten die Regierung von Präsident Erdoğan zum Rücktritt auf.

İmamoğlus Partei CHP hat ihn trotz seiner Haft am Sonntag zum Präsidentschaftskandidaten ernannt. Ihm werden Vorwürfe im Zusammenhang mit Korruptions- und Terrorismusermittlungen gemacht. Für Kritiker sind die Vorwürfe lediglich ein Vorwand.

Erdoğan selbst nennt die mehrheitlich friedlichen Demonstrationen eine "Gewaltbewegung" und kündigte an, die Opposition werde für ihre Protestaufrufe zur Rechenschaft gezogen. Die Demonstrationen sind in großen Städten wie Izmir, Ankara und Istanbul verboten.

Zusammenfassung
  • In Istanbul wurden 55 Menschen festgenommen, weil sie Präsident Erdogan und seine Familie beleidigt haben sollen. Die Behörden verlängerten das Versammlungsverbot in Ankara bis zum 1. April.
  • Zehntausende protestierten den sechsten Abend in Folge gegen die Inhaftierung des Oppositionspolitikers Ekrem İmamoğlu, der trotz seiner Haft von der CHP zum Präsidentschaftskandidaten ernannt wurde.
  • Erdogan bezeichnet die Proteste als Gewaltbewegung und kündigte an, die Opposition für ihre Aufrufe zur Rechenschaft zu ziehen. Die Demonstrationen sind in Städten wie Izmir, Ankara und Istanbul verboten.