Vermarktung von Energydrinks für Minderjährige in der Kritik
Influencer machten jungen Menschen Energydrinks durch Videos in den Online-Netzwerken "schmackhaft", kritisierte Foodwatch im Rahmen der Veröffentlichung ihres Reports mit dem Titel "Erst Flügel, dann Herzrasen". Große Hersteller treten demnach zudem als Sponsoren von Sportveranstaltungen auf oder betreiben eigene "Fanclubs für Kinder". Dabei warnten Medizinerinnen und Mediziner vor den gesundheitlichen Folgen der Energydrinks. "Bei hohem Konsum drohen Herzrhythmusstörungen, Angstzustände und Konzentrationsprobleme", erklärte Foodwatch. Besondere Risiken bestehen den Angaben nach in Kombination mit Alkohol oder Sport.
"Es ist absolut unverantwortlich, dass Hersteller mit allen Mitteln versuchen, Kinder an ihre Marken zu binden - und das mit einem Produkt, das nachweislich schwere Folgen für die Gesundheit haben kann", sagte auch Miriam Maurer, Campaignerin bei Foodwatch Österreich. "Die Werbung für Energydrinks findet gezielt dort statt, wo Kinder und Jugendliche ihre Freizeit verbringen: im Netz, im Sportverein, im Klassenzimmer. Das dürfen wir nicht länger zulassen."
Laut vorläufigen Zahlen einer Erhebung des Uniklinikums München beginnen Kinder bereits mit "etwa neun Jahren mit dem Energydrink-Konsum", mehr als jeder vierte Minderjährige trinke sie regelmäßig, erklärte Foodwatch. Etwa zehn Prozent konsumieren die sie demnach auch beim Sport gerne.
Altersbeschränkungen in einigen europäischen Ländern, in Österreich nicht
In mehreren europäischen Staaten gibt es bereits eine Altersbeschränkung bei Energydrinks, darunter Litauen, Lettland und Polen. Österreich bliebe diesbezüglich bisher untätig, kritisierte Foodwatch. Zwar hatte sich das Gesundheitsministerium im November 2024 für ein Mindestalter von 18 Jahren ausgesprochen, gleichzeitig jedoch auf die Kompetenz der Landesregierungen hingewiesen. "Seitdem herrscht zu diesem Thema Funkstille - und die Kinder-Gesundheit droht im Kompetenz-Gerangel zwischen Bund und Ländern unter den Tisch zu fallen", so Miriam Maurer.
Wie wichtig das Thema den in Österreich lebenden Menschen ist, zeigt die große Anzahl an Unterstützerinnen und Unterstützern, die die Petition von Foodwatch für ein Verkaufsverbot von Energydrinks an Minderjährige bereits unterschrieben haben. "Mit unserer Petition fordern wir ein dringend notwendiges gesetzliches Mindestalter von 18 Jahren. Jede Unterschrift hilft, politischen Druck aufzubauen und diese wichtige Schutzmaßnahme endlich umzusetzen", erklärt Miriam Maurer weiter.
(S E R V I C E - Link zur Petition unter https://www.foodwatch.org/at/mitmachen/petitionen/altersgrenze-energy-drinks)
Zusammenfassung
- Foodwatch kritisiert die gezielte Vermarktung von Energydrinks an Minderjährige durch Hersteller wie Red Bull und Monster und fordert eine Altersbeschränkung für den Verkauf.
- Vorläufige Zahlen zeigen, dass Kinder bereits ab neun Jahren mit dem Konsum von Energydrinks beginnen; mehr als jeder vierte Minderjährige trinkt sie regelmäßig.
- In mehreren europäischen Ländern gibt es bereits Altersbeschränkungen, während Österreich bisher keine Maßnahmen ergriffen hat, obwohl das Gesundheitsministerium ein Mindestalter von 18 Jahren befürwortet.